Wegen des Verdachts der Geldwäsche und der versuchten Strafvereitelung zugunsten einer Mandantin ist ein Rechtsanwalt aus Schleswig-Holstein am Montag in einem Sitzungssaal des Würzburger Landgerichts festgenommen worden. Der 44-Jährige wird verdächtigt, Gelder seiner Mandantin in Höhe von 180 000 Euro auf andere Konten transferiert zu haben, um sie dem Zugriff der Justiz zu entziehen.
Wie der Leitende Oberstaatsanwalt Dietrich Geuder auf ddp-Anfrage sagte, soll der Anwalt seine Mandantin zudem bei dem Versuch unterstützt haben, Zeugen zu beeinflussen. Diese hätten vor Gericht falsch aussagen oder gefälschte Unterlagen besorgen sollen. Damit sollte laut Geuder nachgewiesen werden, dass das von der Justiz beschlagnahmte Vermögen der Angeklagten «nicht aus den Straftaten, sondern aus Familienvermögen oder legalen Geschäften stammt».
Der Jurist ist der Verteidiger einer 35-jährigen Frau, die sich seit Anfang Juni zusammen mit ihrem Ehemann in einem Mammutprozess wegen Betrugs, Urkundenfälschung und Steuerhinterziehung mit einem Schaden von mehr als einer Million Euro vor Gericht verantworten muss. In dem Verfahren vor dem Landgericht geht es um betrügerisch erlangte Kleiderspenden. Nach fast einem halben Jahr Prozessdauer wurde der Anwalt wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr festgenommen.
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