Sahra Wagenknecht ist nach eigener Aussage als Kind «eigenbrötlerisch» gewesen. Auf den Kindergarten habe sie keine Lust gehabt, stattdessen habe sie ständig gelesen, sagte die Linke-Politikerin dem Magazin «Stern». Weil sie mit der DDR nicht zufrieden war, habe sie als Jugendliche Marx gelesen. Jungs oder Discos hätten sie damals nicht groß interessiert. Zur Entspannung habe sie lieber «Thomas Mann gelesen, Heine, Lessing, Schiller, die Romantik, die antike Klassik». Die beiden Teile von Goethes «Faust» habe sie auswendig gelernt. Wagenknecht bekannte: «Ich war recht einsam. Ich lebte zurückgezogen, hatte wenig Freunde.» Die Wende erlebte sie als Alptraum: «Ich hatte Angst. Was hatte ich denn? Abitur und sehr viele Bücher gelesen. Aber sonst hatte ich nichts. Kein Geld. Keine Perspektive. Nur das Gefühl, dass das, was um mich abläuft in die falsche Richtung geht.» Sie sagte weiter: "So kam ich – was alle in meiner Umgebung überraschte, auch mich selbst – zur aktiven Politik.»
(ddp)






