Fünf Jahre Haft für den Sohn von Hollywoodstar Michael Douglas. So lautet das Urteil, das ein Gericht in New York gegen den 31-jährigen Cameron Douglas wegen Drogenhandels und – besitzes am Dienstag fällte. Die Verteidigung hatte auf höchstens dreieinhalb Jahre hinter Gittern gehofft. Medienberichten zufolge drohten dem prominenten Angeklagten zehn Jahre Gefängnis oder sogar mehr. Bei der Urteilsverkündung waren sein Vater Michael und seine Mutter Diandra im Gerichtssaal, wie der Internetdienst «TMZ» berichtete.
Cameron Douglas habe bei Verkündung des Strafmaßes betroffen ausgesehen, schrieb das US-Magazin «People» (Internetausgabe). Der Richter habe von seiner letzten Chance gesprochen und erläutert, dass er bei seinem Urteil die gut zwei Dutzend Briefe in Betracht gezogen habe, in denen Familienmitglieder und Freunde von Cameron um ein mildes Urteil gebeten hatten. Sein Großvater, der Schauspieler Kirk Douglas («Spartacus») etwa, schrieb, er sei «schockiert» gewesen zu erfahren, dass sein Enkel deale. «Ich bin überzeugt, dass Cameron ein guter Schauspieler sein könnte und ein Mensch, der sich um andere kümmert. Ich hoffe, ich kann das erleben, bevor ich sterbe», schrieb der 93-Jährige. Gemeinsam mit seinem Sohn und Enkel war er 2003 in dem Film «Es bleibt in der Familie» zu sehen.
Noch am Vortag der Urteilsverkündung hatte sich Camerons Vater Michael Douglas in einem fünfseitigen, handschriftlichen Brief an den Richter gewandt und betont, er wolle nicht sehen, wie sein Sohn «zerbreche». Er selbst habe eine ganz gute Vorstellung davon, wie schwierig es sei, als Sohn eines berühmten Vaters seine eigene Identität zu finden, wurde in US-Medien aus dem Schreiben zitiert. «Ich denke nicht, dass ich nachvollziehen kann, wie das bei zwei Generationen sein muss», fügte er hinzu.
Cameron Douglas, der wiederholt wegen Drogendelikten auffällig wurde, war im Juli 2009 wegen des Besitzes von knapp einem halben Pfund Methamphetamin festgenommen worden. Gegen eine Kaution wurde er zunächst unter Hausarrest gestellt. Da er dann aber seine Freundin angestiftet haben soll, ihm in einer elektrischen Zahnbürste versteckt Heroin zukommen zu lassen, kam er hinter Gitter.
Ende Januar bekannte der 31-Jährige sich dann des Drogenhandels und -besitzes schuldig. Er räumte ein, große Mengen an Methamphetamin und Kokain verkauft und «regelmäßig» gedealt zu haben. Auf die Frage, ob er sich darüber im Klaren gewesen sei, dass sein Handeln falsch sei, zeigte er sich reuig und sagte: «Ja, Euer Ehren.»
US-Medien berichteten unter Berufung auf Gerichtsdokumente, dass Cameron zuletzt sechs Mal am Tag Heroin genommen haben soll. Seine Drogenprobleme sollen bereits im Alter von 13 Jahren begonnen haben. Jetzt sei sein Sohn clean, schrieb Michael Douglas in seinem Brief. Und er sei sich sicher, dass er ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft werden könne.
Douglas gab sich auch eine Mitverantwortung für den Absturz seines Sohnes: Cameron sei als Einzelkind in einer «schlimmen Ehe» und mit einem Vater, der oft unterwegs war, aufgewachsen. Douglas war damals mit seiner ersten Frau Diandra Luker verheiratet, die bei der Geburt des Sohnes erst 22 Jahre alt war. Zwar sei Cameron nun «erwachsen und für seine Handlungen verantwortlich», «wir wissen aber, dass Gene, Familie und Gruppenzwang einen starken Einfuss auf einen Drogenabhängigen haben können», unterstrich Michael Douglas.
Dessen jüngerer Halbbruder Eric war vor rund sechs Jahren an einem versehentlichen Drogencocktail gestorben. Der Schauspielstar aus Filmen wie «Wall Street» und «Basic Instinct» selbst ließ sich vor Jahren wegen Alkoholproblemen behandeln.
Seine jetzige Frau und Kollegin Catherine Zeta-Jones zählte Anfang April ebenfalls zu den Verfassern der Briefe an das Gericht. «Mein Stiefsohn ist ein fürsorglicher, aufmerksamer, wertvoller Mensch. Trotzdem hat die Krankheit, die er seit Jahren zu bekämpfen versucht, die Oberhand gewonnen», schrieb Zeta-Jones.
Angeblich hatte Cameron Douglas zehntausende Dollar durch das Dealen eingenommen. In Telefonaten habe er die Drogen als «Teig» oder «Badesalz» bezeichnet, berichteten US-Medien unter Berufung auf die Ermittler in dem Fall. Seine leibliche Mutter schrieb laut CNN in ihrem Brief, das Leben ihres Sohnes sei endgültig außer Kontrolle geraten, als eine Karriere als DJ für ihn nicht den erhofften Erfolg brachte.
Vor der Urteilsverkündung sagte Cameron Douglas laut «People» am Dienstag im Gericht, dass er erstmals in seinem Leben als Erwachsener drogenfrei sei.
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