[Feature] [TV] Tatort Familie: Kultur-Sender Arte befasst sich in Themen-Abbend mit dem Tabu-Thema Inzest

  Kultur Sender Arte Tabu thema Inzest Der sexuelle Missbrauch von Kindern ist ein schreckliches Verbrechen. Noch erschreckender ist die Tatsache, dass zwei Drittel aller Missbrauchsfälle in der eigenen Familie geschehen. Am Dienstag (4. Mai, 20.15 Uhr) befasst sich Arte in einem Themenabend mit dem Tabuthema Inzest. In zwei hochsensiblen Dokumentationen kommen gleichermaßen wie Täter zu Wort.

machen um 20.15 Uhr die Opfer. In der französischen Dokumentation «Unter dem des Schweigens» sprechen sieben Betroffene zwischen 23 und 60 Jahren offen über die erschütternden Erlebnisse ihrer Kindheit. Die Geschichten sind voneinander unabhängig. Trotzdem lassen sie sich beinahe wie Schablonen übereinanderlegen. Die Regisseure Fabrice Gardel und Juliette Armanet verdeutlichen dies, indem sie die Erlebnisberichte parallel erzählen und ineinander übergehen lassen. Teilweise wird der Satz des einen, von einem anderen vollendet.

In allen Fällen treten ähnliche Verhaltensmuster zum Vorschein. Die Familien, aus denen die sieben Inzest-Opfer stammen, wirkten nach außen allesamt bodenständig, intakt und heil. Fast überall geschah der erste Übergriff überraschend. Weitere Parallelen sind die eigenen Schuldgefühle sowie die bittere Erkenntnis, dass andere Familienmitglieder vom Missbrauch durch den , den , den oder den Großvater wussten und nichts dagegen unternahmen.

Die Offenheit, mit der die Missbrauchsopfer von ihren Erlebnissen berichten, ist erschütternd und lässt den Zuschauer mit Fassungslosigkeit zurück. , wenn im Film davon berichtet wird, dass nach aktuellen Schätzungen rund zwei Millionen Franzosen in ihrer Kindheit Opfer eines sexuellen Missbrauchs wurden. Der psychische Schaden, den sie davontragen, ist immens. Die meisten Täter aus dem Familienkreis, die teilweise ein jahrelanges Martyrium ausüben, kommen unterdessen weitgehend ungestraft davon. Bis heute.

Im direkten Anschluss wechselt der zweite französische Dokumentarfilm «Wenn Väter Täter werden» ab 21.00 Uhr die Fronten. Der 30-minütige Beitrag wirft einen Blick auf die Peiniger, die Experten in drei unterschiedliche Gruppen aufteilen. Und während einem «sadistische Verfolger» wie der Österreicher Joseph Fritzl, der seine Tochter jahrelang in seinem Kellergewölbe gefangen hielt, bei dem Thema Inzest als erste in den Sinn kommen, macht diese Gruppe in Wahrheit nur etwa fünf aller Sexualstraftäter aus.

Mit über 80 Prozent bilden vielmehr die «unreifen Neurotiker» den Löwenanteil. Bei ihnen lösen sehr häufig multiple psychische Störungen sowie eigene Missbrauchserfahrungen die sexuellen Übergriffe aus. Etwa 15 Prozent der Täter gehören schließlich den «perversen Intellektuellen» an, die sich ihre Opfer ganz bewusst und kalkuliert aussuchen.

Die kurze Dokumentation versucht anhand von Einzelbeispielen anzureißen, warum sich die unterschiedlichen Tätergruppen an Kindern vergehen. Eine endgültige Antwort bleibt allerdings aus. Dafür ist die Zeit schlichtweg zu knapp. Auch in diesem Fall bleibt der Zuschauer daher mit einer gewissen Sprach- und Fassungslosigkeit zurück.

Eine halbstündige Debatte, die sich um 21.30 Uhr den beiden Dokumentationen anschließt, versucht diese Sprachlosigkeit in Worte zu fassen. Es diskutieren die Familientherapeutin Martine Nisse sowie Hans-Jörg Albrecht, Direktor am Max-Planck-Institut für internationale

blogtainment/maa/ddp

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