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Polizeiruf 110: Ermittler Alexander Bukow und Katrin König müssen sich mit langen Schatten der DDR auseinandersetzen

Polizeiruf 110: Ermittler Alexander Bukow und Katrin König müssen sich mit langen Schatten der DDR auseinandersetzen

Wenn Kameradschaft verraten wird, können alte Seilschaften rasch zu tödlichen Verstrickungen führen. Vor allem, wenn auch noch jede Menge Geld mit im Spiel ist.

Gleich bei ihrem zweiten Einsatz in Rostock müssen sich die neuen «»-Ermittler Alexander Bukow (Charly Hübner) und Katrin König (Anneke Kim Sarnau) mit den der -Vergangenheit auseinandersetzen. Das ungleiche Ermittler-Duo recherchiert an diesem Sonntag (ARD, 20.15 Uhr) im früheren Kampfschwimmer-Milieu der Volksmarine. Dabei muss Bukow einsehen, dass manchmal selbst beste Jugendfreunde nicht das sind, was sie vorgeben zu sein.

Der Kommissar stößt mit seiner Kollegin vom Landeskriminalamt (LKA) auf eine Wasserleiche, die sich als einstiger Weggefährte des undurchsichtigen Polizisten entpuppt. Nur wenige Wochen, nachdem sich Berlin-Rückkehrer Bukow wieder an der Ostseeküste eingelebt hat, wird Rolf Schulte (Rainer ) tot aus dem Wasser gefischt. «Für Schulte lege ich meine Hand ins Feuer», meint Bukow – und gerät zwischenzeitlich selbst in Verdacht, für dessen Tod verantwortlich zu sein. Und dann ist da noch (), der kurz zuvor am Warnow-Ufer durch den Tritt auf eine West-Mine aus den 70er Jahren ums Leben gekommen war. Eine mörderische Verschwörung nimmt Konturen an, die tief in die Biografien der Figuren zurückreicht.

Als König und Bukow auf einer Trauerfeier des Kampfschwimmer-Veteranen-Vereins «Aquarius» pure Feindseligkeit entgegenschlägt, werden die Geschehnisse immer turbulenter. Nachforschungen der LKA-Profilerin König, die Bukow wegen dessen «dunklen» Berliner Zeiten nach wie vor nicht richtig über den Weg traut, fördern Verblüffendes zutage. In Schultes Datsche findet sie ein Foto aus den 80er Jahren: der Ertränkte als bewaffneter Froschmann, der mit Lehmann für die Kamera posiert.

Die Spurensuche bringt nur langsam Licht in die Machenschaften von «Aquarius», in dem die Brüder Heinz () und Ulli Kowski () den Ton angeben. Als Bukow zu tief bohrt, wird er selbst massiv unter Druck gesetzt. Des Rätsels Lösung folgt in einem düsteren Finale, das sich – getreu der Grundstimmung des Films – in einer trüben Spätherbstlandschaft abspielt. Um sich zwischendurch aufwärmen zu können, hatte das Film-Team im vergangenen Oktober und November sogar eine mobile Sauna am Set stehen.

Den Zuschauer erwartet trotz der historischen Bezüge alles andere als eine bedeutungsschwangere Geschichtsstunde. «Bei “Aquarius” ist es so, dass wir ein starkes Grundthema haben, nämlich Freundschaft und Verrat», erklärt Regisseur Edward Berger. Für Drehbuch-Co-Autor Martin Rosefeldt geht es darum, die Bezüge zwischen Menschen einer Gruppe nachzuzeichnen, «die sich auseinanderentwickelt hat, aber noch in ein starkes Abhängigkeitsverhältnis verstrickt ist». Die einstige Elitetruppe der DDR-Kampfschwimmer soll ein Beispiel dafür sein. Aber auch «westliche» Anleihen wie bei George Orwells «Farm der Tiere» und bei der Rockgruppe Pink Floyd fehlen in dem «Polizeiruf» nicht. Die Messlatte für Sonntag liegt hoch: Folge eins aus Rostock hatten 8,32 Millionen Zuschauer verfolgt – in Ost und West.

Blogtainment/ari/dpa / Foto dpa

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