Krimiserie «Flashpoint»: Psychologie und Action

Amerikanische Krimiserien überschwemmen das deutsche Fernsehen geradezu. Dabei geben Leichenmaden Auskunft über den genauen Todeszeitpunkt wie in der «CSI»-Familie auf RTL und , steht Mystery im Vordergrund wie bei den ProSieben-Serien «Fringe» und «Supernatural».

Oder es ist klassisch-logische Polizeiarbeit gefragt, so bei «Numb3rs» (Kabel eins) oder «Criminal Intent» (Vox). Der Münchner Privatsender , bisher eher zurückhaltend in diesem Genre, startet an diesem Donnerstag (20.15 Uhr) eine neue, etwas andere : « – Das ».

«Es gibt einen zwischen der Polizei und dem Täter. Es geht vor allem um emotionale Intelligenz, nicht vorrangig um Action», sagt der kanadische Hauptdarsteller über die kanadische Krimireihe. «Das ist vielleicht der Unterschied zu US-Serien, wir in setzen mehr auf den .» Doch damit landen die Kanadier auch beim großen Nachbarn: Mehr als acht Millionen US-Zuschauer machten den Serienstart 2008 beim US-Sender CBS zum Erfolg.

Colantoni spielt den Verhandlungsführer der fiktiven Spezialeinheit SRU (Strategic ) in Toronto, die bei Geiselnahmen oder Bombendrohungen gerufen wird. «Lassen Sie uns einfach nur reden», ist einer der zentralen Sätze seines Sergeant Gregory Parker. Es geht viel um Psychologie, um Kommunikation, um das Ins-Gespräch-Kommen. «Wenn die Täter antworten, mit dir kommunizieren, dann hast du sie. Und das ist das Wichtigste.»

Hinter dem Verhandlungsführer steht dabei eine hochgerüstete Spezialtruppe aus Nahkampfexperten, Sprengstoffspezialisten und Scharfschützen, falls das Reden nichts nützt – ein realistischeres Abbild der Polizeiarbeit als viele Hau-drauf-Actionserien, wie Colantoni meint. «Wir haben ein echtes Spezialkommando bei der Arbeit beobachtet. Es war faszinierend zu sehen, wie effizient und taktisch die Truppe vorgeht, wie sie in kraftvollen fließenden Bewegungen agiert, aber gleichzeitig wie ruhig, kontrolliert und unaufgeregt die Polizisten handeln und verhandeln. Da habe ich gewusst: Das ist meine Rolle», sagte Colantoni der Nachrichtenagentur dpa.

Dabei verzichtet die Serie, von der in Toronto gerade die dritte gedreht wird, nicht auf Action; sie bietet vielmehr eine Mischung aus Psychologie und explosiver Hochspannung – denn sie zieht den Zuschauer direkt in die aufregendste Phase des Geschehens.

Jede Folge beginnt mit ihrem eigentlichen Höhepunkt, genannt «Flashpoint»: dem vermeintlich tödlichen Schuss auf den Geiselnehmer, der scheinbar unausweichlichen Bombenexplosion, der Kurzschlusshandlung eines Verzweifelten. Dann springt die Erzählung einige Stunden zurück, lässt sich das Schicksal langsam entfalten und entblättert die Vorgeschichte.

Ein gelungener filmischer Kunstgriff. So weiß der Zuschauer meist mehr als die Polizisten – oder zumindest glaubt er, mehr zu wissen. Denn am Ende – mit dem die Geschichte begann – gibt es möglicherweise noch eine Wendung mit fatalen oder auch erlösenden Folgen.

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