Rudolf Steiner und die Kunst

Rudolf Steiner (1861-1925) ist vor allem als Begründer der Anthroposophie und der Waldorf-Pädagogik bekannt.

Das Kunstmuseum lässt seine Besucher vom 13. Mai an viele Facetten des umtriebigen und umstrittenen Reformers entdecken: als Ideengeber für Architektur, Malerei, Kosmetik, , Tanz, und Gesellschaft. «Es gibt eine Ideengeschichte, Steiner hat da eingezahlt, und viele Künstler haben sich etwas davon genommen», sagt Museumsdirektor Markus .

Die Schau, die bis zum 3. Oktober zu sehen ist, ist laut die weltweit erste Retrospektive zum Werk Steiners. Neben dem Kunstmuseum Wolfsburg sind auch das und in Weil am Rhein beteiligt.

Die zweiteilige Ausstellung will den Einfluss Steiners auf Kunst und Gesellschaft zeigen. Zeitgenössische Werke von namhaften Künstlern wie Joseph Beuys, , Katharina Grosse, Tony Cragg oder Olafur Eliasson sollen in dem Teil «Rudolf Steiner und die Kunst der Gegenwart» mit seinen Ideen in einen «sinnlichen Dialog» treten. Dabei geht es meist um den Zusammenhang zwischen geistiger und materieller Welt. Alle 15 Künstler sind laut Brüderlin keine Anthroposophen. «Wir meinen, wenn Steiner noch leben würde, würde er sich genau für diese Künstler interessieren», erläutert der Museumsdirektor die Auswahl.

Da ist etwa der 1925 in geborene und in lebende Anish Kapoor. Vor allem seine indischen Wurzeln haben ihn motiviert, sich mit spirituellen Themen zu beschäftigen. Kapoor hat aus Edelstahl einen Spiegel entworfen, drei Meter im Durchmesser und vielfach gebrochen. Zuerst sieht sich der Besucher wie durch ein Kaleidoskop hundertfach, direkt vor dem Kunstwerk ist man dann wieder nur einmal zu sehen.

Zwischen den zeitgenössischen Kunstwerken hängen 40 Tafeln mit Zeichnungen aus der Hand des Reformers. «Steiner hat mehr als 5000 Vorträge gehalten, dabei sind die wiederverwertbaren Tafeln entstanden, insgesamt 1300», erzählt Brüderlin. Mehr über die vielfältigen Aktivitäten Steiners sind im Obergeschoss des Museums in der Ausstellung «Die Alchemie des Alltags» zu erfahren. In der Übergangszeit vom Jugendstil zur Modernen entwarf er Stühle, die mal organisch, mal kubistisch anmuten, entwickelte seine Eurythmie, einen Tanz- und Bewegungsstil, schrieb etliche Bücher und machte sich Gedanken über alternative Landwirtschaft, über Pädagogik und Farbenlehre.

Schon zu Lebzeiten hatte er seine Anhängerschaft und war Leitfigur für viele Künstler. Ob Franz Kafka, Piet Mondrian oder Else Lasker- Schüler – viele Künstler standen in direktem Kontakt mit Steiner. Bis heute ist sein Einfluss spürbar. Auch seine Kritiker können sich bis heute an ihm reiben, seine Art Glaubensfragen mit Wissensfragen zu verbinden, ist nicht jedermanns Sache.    

991s 991s

Leave a Reply

XHTML: You can use these tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>