Amanda Jenssen hat mit Pop abseits gängiger Mainstream-Formeln in Schweden Erfolge gefeiert. Mit dem Album «Happyland» will sie sich nun in ganz Europa etablieren.
Die leidenschaftliche Vinyl-Platten-Sammlerin sieht sich vom Sound vergangener Epochen beeinflusst, wie sie im Interview mit der APA erzählte. Denn: «Mainstream-Musik ist heute zu sehr produziert, so als würden die Songs in Fabriken hergestellt werden.» «Ich hatte keine feste Idee, wie das Album klingen sollte, die Musik ist einfach entstanden», erzählte die 21-jährige Schwedin. «Ich habe viel Musik aus den 20ern, 30ern und 40ern gehört, der Sound dieser Jahrzehnte imponiert mir sehr. Ich habe mich in diesen Big-Band-Sound – groß und doch unpoliert – verliebt. Ich wollte allerdings kein Retro-Album aufnehmen. Was hätte es denn für einen Sinn, etwas zu machen, was es längst gibt? Ich wollte etwas Modernes – aus dem man aber meine Einflüsse heraushören kann.»
Mit den Kollegen der erwähnten Epochen verbindet Amanda Jenssen die Liebe zur Kunst: «Sie haben damals in erster Linie Musik aus Leidenschaft gemacht, nicht um Platten zu verkaufen. Ich finde es so faszinierend, dass sie damals ohne die ganze Technik auskommen mussten. Sie haben sehr viel geübt und dann die Songs in einem Take aufgenommen. Man spürt diese Leidenschaft dahinter. Diese Lieder sind wie gespeicherte Momente aus dem Leben längst verstorbener Menschen.»
Bei der Arbeit an «Happyland» habe sie in erster Linie an den einzelnen Song gedacht, erst dann an ein Ganzes, betonte die Schwedin. «Es gab kein großes Konzept hinter der Platte. Aber ich wollte, dass alle Lieder Freunde sind, dass sie etwas verbindet.»
Eine LP sei wie ein Kapitel aus ihrem Leben, so Amanda Jenssen, die ihre Lieder daher auch aus dem Augenblick schöpft. «Wenn ich eine Melodie im Kopf habe, singe ich auf meine kleines Aufnahmegerät, das ich immer bei mir habe», erläuterte sie und kramte es sogleich aus ihrer Handtasche hervor. «Wenn eine Gitarre herumsteht, dann versuche ich gleich, die Melodie zu spielen.»
Neben der Musik ist für Amanda Jenssen die Erscheinung auf der Bühne wichtig: «Der visuelle Teil ist eine Erweiterung der Musik. Auf der Bühne bin ich ich selbst, allerdings eine etwas überdrehte Version von Amanda. Ich denke, in jedem von uns stecken verschiedene Persönlichkeiten, die man dann und wann ausleben will. Ich werde mich aber niemals auf der Bühne verstellen.»
Blogtainment/ari/dpa / Foto dpa






