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Moers Festival mit Besucherrekord

Moers Festival mit Besucherrekord

Sex mit Seegras, Töne aus der Grube und eine kreative Kreuzung aus Affe und . Das 39. Moers Festival für improvisierte bot über Pfingsten wieder viel Neues und Sonderbares aus der Welt der schrägen Töne und Künstler.

Die Resonanz war noch nie so stark wie in diesem . Mit rund 14 000 Zuhörern gab es einen Besucherrekord, teilte der künstlerische Leiter Reiner in der Stadt am mit.

In naher Zukunft wird diese Zahl nicht mehr übertroffen werden können, weil die Anzahl der Festivaltage angesichts finanzieller Engpässe von vier auf drei reduziert wird. «Das ist sehr schade. Ich könnte auch eine gute Woche Programm machen», sagte Michalke. «Es ist ein Kompromiss, mit dem ich leben kann, so lange der inhaltliche Kern nicht beschädigt wird.»

Am Pfingstmontag soll es künftig ein kommerzielleres Musikangebot im Festivalzelt geben – davon verspricht man sich zusätzliche Einnahmen. «Wenn die Krise vorbei ist oder es neue Geldgeber geben sollte, muss das Festival wieder an vier Tagen stattfinden», forderte Michalke, dessen Vertragsverlängerung ansteht.

Terje Rypdal machte die Bühne mit seiner BigBand und der «Crime Scene» zum Musik-Tatort. Der Norweger verwob Free-Jazz-, Rock und Funk-Elemente zu einem aufregenden Ganzen. Seinem Namen «» (Affe/Esel) wurde das französisch-japanische Duo Eve Risser (Piano) und Yuko Oshima (Schlagzeug) gerecht. Ob bei einem Stück von Carlo Bley oder eigenen Werken: Virtuos, frisch und ohne Konventionen begeisterten sie das Publikum.

Dies galt nicht weniger für «Super Seaweed », einer jungen Formation aus . Ihr gelingt es, improvisierte Passagen mühelos in strukturierte Bahnen zu lenken, zwischen Losgelassenheit und Funk-Rhythmen zu wechseln. In keine Musik-Schublade kann man auch den Südafrikaner Carlo Mombelli & «The Prisoners Of Strange» stecken, dessen Konzerte am Kap nur per E-Mail angekündigt werden. Bassist Mombelli bietet mit seinen «schrillen Vögeln» nicht nur in seiner Heimat mit einer Mischung aus Improvisation und zündenden Jazz-Funk dem Mainstream die Stirn.

Zu den aufregendsten Bands gehörte «Schneeweiss & Rosenrot», ein Quartett mit eigenen Stil und exzellenten Musikern aus vier Ländern. Der Formation gelingt die Gratwanderung zwischen Jazz, Pop und tonaler Freiheit eindrucksvoll. Prägend ist Sängerin Lucia Cadotsch. Ihre laszive Stimme schafft eine Atmosphäre melancholischer Lässigkeit. Mehr zu den Musik-Berserkern gehören Georg Graewe mit seinem neu formierten GrubenKlang-Orchester und Peter Brötzmann. Die nimmermüde Free-Jazz-Ikone Brötzmann erzeugte mit dem Tentet ein ebenso starkes Kraftfeld wie Graewe, dessen Kompositionen auf Bergarbeiter-Liedern basieren.

Davon konnte bei dem Projekt «Network Of Stoppage» von Sanne van Hek nicht unbedingt die Rede sein. Die Niederländerin bot mit ihrer Auftragskonzeption mehr gepflegte Langeweile als neu Geschöpftes. Auch die «Sponde di Passione» (Küste der Leidenschaft) von dem sardischen Gitarristen Paolo Angeli, ein Gesamtkunstwerk aus Dia- Show, Trapez-Kunst und Musik, konnte mit dem folkloristischen Grundton nicht voll überzeugen.

Eine musikalische Demonstration der Völkerverständigung lieferten der libanesische Trompeter Mazen Kerbaj und der Saxophonist Ariel Shibolet aus Israel: Sie gaben gemeinsam ein Konzert.

Blogtainment/ari/dpa / Foto dpa

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