Wolfgang Koeppens Reisetagebuch «Amerikafahrt» (1959) und sein Amerikabild stehen im Mittelpunkt der diesjährigen Koeppen-Literaturtage in Greifswald.
Das Wolfgang-Koeppen-Archiv zeigt in dessen Geburtshaus vom 18. Juni an eine Ausstellung, die Koeppens Amerikafahrt anhand ausgewählter Exponate aus dem Nachlass nachvollzieht, wie das Literaturzentrum Vorpommern mitteilte. Der 1906 in Greifswald geborene Autor bereiste von April bis Juni 1958 im Auftrag des Süddeutschen Rundfunks die USA. Diese Reise sei zur Grundlage für den Radioessay «Die Früchte Europas. Amerika westwärts – Amerika ostwärts» und für Koeppens 1959 veröffentlichtes Buch «Amerikafahrt» geworden.
Die Ausstellung zeigt nach Angaben des Literaturzentrums Postkarten und Briefe, Reisedokumente und Manuskripte sowie Bücher, die Koeppen während der Reise verfasste oder später für sein «literarisch imaginiertes» Reisetagebuch nutzte. Der Übersetzer und Autor Hanns Zischler wird am 21. Juni aus «Amerikafahrt» lesen.
Eingebettet in die Literaturwoche ist die Verleihung des Wolfgang-Koeppen-Preises am Geburtstag des Schriftstellers am 23. Juni. Der mit 5000 Euro dotierte Preis geht an den Berliner Popliteraten Joachim Lottmann. Der Autor zähle für sie zu den am meisten unterschätzten Schriftstellern in Deutschland, begründete die vorherige Preisträgerin Sibylle Berg vorab die Wahl. Zudem lobte sie Lottmanns «absolut nichtdeutsche Fähigkeit, auf sehr hohem Niveau zu unterhalten».
Greifswald verleiht seit 1998 den Koeppen-Preis im zweijährigen Rhythmus und erinnert damit an den 1996 in München gestorbenen Schriftsteller und Ehrenbürger der Hansestadt. Bisherige Preisträger waren Richard Anders (1998), Thomas Lehr (2000), Susanne Riedel (2002), Ludwig Fels (2004), Bartholomäus Grill (2006) und Sibylle Berg (2008).
Das Geburtshaus Koeppens wurde nach der Wende saniert und beherbergt heute das Wolfgang-Koeppen-Archiv der Universität Greifswald sowie eine Ausstellung zu Leben und Wirken des Schriftstellers. Mit seinen Werken «Tauben im Gras» (1951), «Das Treibhaus» (1953) und «Der Tod in Rom» (1954) gehört Koeppen zu den bedeutendsten Nachkriegsautoren Deutschlands.
Blogtainment/ari/dpa / Foto dpa






