Nicht nur an Büchern oder Bildern nagt der Zahn der Zeit: Auch Videos in Sammlungen und Museen sind in bisher unbekanntem Ausmaß vom Verfall bedroht.
Für die Rettung und Konservierung von Medienkunst soll das Düsseldorfer inter media art institute (imai) zur landesweiten «Netzwerkzentrale und Beratungsstelle» werden, kündigte NRW-Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff an. Zunächst bis Ende 2011 will das Land hierfür 90 000 Euro geben.
Die imai-Experten sollen unter anderem zunächst ermitteln, wie viele Video-Arbeiten teils international bedeutender Künstler durch Materialverfall oder Geräte-Alterung bedroht sind. Dann stehe den interessierten Museen im Düsseldorfer imai gebündeltes Fachwissen zu allen konservatorischen, rechtlichen und technischen Fragen zur Verfügung, sagte der Kulturstaatssekretär: «In den Museen fehlen oft diese unmittelbaren Kompetenzen.»
«Weltweit haben Kunstwerke mit diesen Schwierigkeiten zu kämpfen», erklärte imai-Leiterin Renate Buschmann, die mit ihren Experten dem «rasanten Verfall» dieser in den 60er Jahren aus Happening und Fluxus-Bewegung entstandenen neuen Kunstgattung begegnen will. So sollen zunächst analoge Videos auf neue digitale Datenträger überspielt werden.
Das imai hält über seine Internetseite rund 1300 audiovisuelle Werke online abspielbar bereit. Das 2006 auf Initiative der Stadt und einer Kölner Medienagentur gegründete Düsseldorfer Institut besitzt eine Sammlung von rund 3200 Werken von über 240 Video-Künstlern.
Blogtainment/ari/dpa / Foto dpa






