Fussball-Weltmeisterschaft: Vor der WM in Südafrika – Alles andere als ein Sommermärchen

Noch immer erobern Europäer , aber anders als früher. So lautet eine der Thesen von Filmemacher Tom . In seiner «Global » geht er der Frage nach, wer eigentlich der große Gewinner bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika sein wird.

Und dabei geht es überhaupt nicht um sportlichen Erfolg, sondern um den finanziellen . «Es wird eine Bereicherung geben», beschwört der Präsident des Weltfußballverbandes FIFA, , in Sequenzen zu Beginn des 45-Minuten-Films an diesem Mittwoch um 23.30 Uhr. Der Weltcup sei für die Menschen in Südafrika ein Hoffnungsträger. Die werde gemildert, ganz bestimmt. Autor Theunissen ist offensichtlich anderer Meinung und entlarvt die WM Sommermärchen – wobei die Betonung auf «Märchen» liegt.

«» ist eines Afrika-Schwerpunkts der ARD anlässlich der WM. Unter anderem folgen noch ein über den neuen Flughafen der Stadt (9. Mai) und die Dokumentation «Traumflug durch Afrika», die am Pfingstwochenende den südlichen Teil des Kontinents vom Helikopter aus zeigt. Im Juni gibt es dann auch auf Arte einen Themenschwerpunkt Afrika.

Theunissens Reportage beginnt mit einer Unternehmerreise im Herbst 2006, bei der auch Manager aus Deutschland nach Geschäftsmöglichkeiten auf dem Schwarzen Kontinent Ausschau halten. Im sicherheitsverglasten Bus werden die Geschäftsleute durch Johannesburg gekarrt. Einer von ihnen ist sich auch vor der Kamera nicht zu schade, einem Einheimischen die erbetene milde Gabe mit der Begründung zu verweigern, er habe nur Scheine dabei.

Theunissen betextet seine Reportage mit beißender Ironie. Er zeigt einen Platz in Johannesburg, auf dem während der WM vom 11. Juni bis 11. Juli die Spiele live übertragen werden sollen. Nach dieser Sequenz heißt es: «Das Township nebenan bietet die übliche filmträchtige Romantik aus Sonnenlicht, Farbenfreude und pittoresker Armut. Bei der WM wird das sicherlich kaum jemand zu sehen bekommen.» Dann zeigt Theunissen eine abgeschirmte Einkaufsmeile mitten in der Kriminalitätshochburg. «Save Area heißt: Hier ist alles in bester Ordnung. Polizei, Security und Service-Personal – alle schwarz – kümmern sich um die BMWs der weißen Einkäufer», lautet Theunissens Kommentar.

Die Reportage wirft einen Blick auf die üblen Seiten der bevorstehenden WM. Doch Theunissens Befunde sind nicht besonders neu. Aha-Erlebnisse bleiben bei dem Film daher aus. «Südafrika ist abgefrühstückt», lautet das vieldeutige Fazit am Ende. Planer und Geschäftsleute haben schon das nächste Großereignis vor Augen: die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien.

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