Schwedens Königin Silvia hat am Dienstag den Preis zum Andenken an Astrid Lindgren an die junge Kinderbuch-«Erneuerin» Kitty Crowther überreicht.
Die 1970 geborene Illustratorin und Autorin erhält den mit fünf Millionen Kronen (525 000 Euro) dotierten Preis unter anderem als «Meisterin der Linie, aber auch der Stimmung» bei der Bebilderung von Kinderbüchern, wie die Jury erklärte.
Silvia vertrat bei der Feier im Konzerthaus von Schwedens Hauptstadt ihre ältere Tochter, Kronprinzessin Victoria, die sich auf ihre Hochzeit am 19. Juni mit Daniel Westling vorbereitet. Prinzessin Madeleine, die jüngere der beiden Töchter, hatte ihre ursprünglich geplante Teilnahme wie derzeit alle anderen offiziellen Termine abgesagt. Hintergrund ist die Auflösung ihrer Verlobung mit dem Anwalt Jonas Bergström.
Zur Verleihung des weltweit höchstdotierten Kinderbuch-Preises an Crowthers meinte die schwedische Jury: «Crowther verwaltet, verwandelt und erneuert das Bilderbuch. In ihrer Welt steht die Tür zwischen Fantasie und Wirklichkeit weit offen». Die in Brüssel geborene Preisträgerin hat einen englischen Vater und eine schwedische Mutter. Sie lebt mit ihren zwei Söhnen in der Nähe von Brüssel.
Ihre bisher 35 Buchveröffentlichungen mit eigenen Texten oder Illustrationen sind bisher vor allem in belgischen sowie französischen Verlagen erschienen. Auf Deutsch liegen einige Bücher bei den Verlagen Sauerländer und Carlsen vor.
Die schwedische Jury entschied sich beim achten Lindgren-Preis unter 176 Nominierungen aus 61 Ländern für Crowther. Über ihre eigene Arbeit sagte die Belgierin: «Wenn ich mich unbedingt mit einem Wort selbst beschreiben müsste, würde ich den Begriff Geschichtenerzählerin wählen. Ich bin immer von Erzählungen durchströmt worden, so lange ich mich erinnern kann. Bücher waren meine Sicherheit und eine Blase um mich herum.»
Die Jury nannte als besonders wichtige Themen in Crowthers Arbeit «Familienkonflikte, das persönliche Zukurzkommen, Einsamkeit und den Tod». Die Autorin und Illustratorin könne sich tief vor allem in andere einfühlen, «die es schwer haben».
Der Preis wurde kurz nach dem Tod der großen Kinderbuchautorin Astrid Lindgren («Pippi Langstrumpf») von Schwedens Regierung gestiftet. Einzige deutschsprachige Preisträgerin war bisher 2003 die Österreicherin Christine Nöstlinger.
Blogtainment/ari/dpa / Foto dpa






