Die Hauptrolle spielt einer der «Sexiest Men Alive». 1986 kürte das «People»-Magazin den amerikanischen Schauspieler Mark Harmon zum Mann mit dem größten Sexappeal.
Ob der ergraute 58-Jährige immer noch so smart aussieht wie damals, können Fernsehzuschauer immer sonntags um 20.15 Uhr auf Sat.1 überprüfen. Dort wird die Krimiserie «Navy CIS» ausgestrahlt. Die Sendung läuft nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland beim Bezahlsender Sky erstaunlich gut. Für Sat.1 ist es aktuell die erfolgreichste Serie.
Ihre Fans verwechseln sie nicht mit den ebenfalls beliebten «CSI»-Formaten und mögen es, wie sich die Fahnder wie in einer Familie kräftig streiten oder harmonisch beim Thanksgiving-Truthahn zusammensitzen. Harmon ist seit 2003 der Chefermittler Leroy Jethro Gibbs, ein ruhiger Typ, der sich nicht gerne in die Arbeit hineinreden lässt.
Amerikanische Serien sind im DVD-Zeitalter noch erfolgreicher als früher. Harmon wird auch in Europa von Zuschauern auf der Straße erkannt. «Die Leute mögen die Serie», sagt der Kalifornier im dpa- Interview in Berlin. «Sie ist universell.» Die Anerkennung der US- Kritik kam recht spät, nachdem sich vor und hinter der Kamera einiges geändert hatte. «Wir machen es jetzt besser», sagt Harmon.
Im Vergleich mit der Echtzeit-Serie «24» ist «Navy CIS» zwar nicht so innovativ, aber auch international erfolgreich. Das US-Magazin «Slate» glaubt sogar, dass die Serie ein Genre für sich ist: ein «Action-Melodram». Die Navy-Ermittler haben jedenfalls die mittlerweile eingestellte Serie um den hartgesottenen, der Folter zugeneigten «24»-Agenten Jack Bauer überdauert.
Die Mordfälle, die das Team des Naval Criminal Investigative Service (NCIS) löst, sind brutal, wenn auch nicht so, dass man weggucken muss. Ein Stilmittel, das für etwas Ruhe sorgt, sind kurze Schwarz-Weiß-Sequenzen. Sie zeigen Gesichter des Teams, die später in der Folge zu sehen sind.
Die Washingtoner Behörde, die im Umfeld der Marine ermittelt, gibt es wirklich, sie ist weniger bekannt als CIA und FBI. Im Team geht es kuschelig zu. Viel Mühe haben sich die Drehbuchautoren bei den Figuren gegeben. Der Chefermittler baut ein Modellschiff im Keller, das Babe am Set ist eine Mossad-Agentin (Cote de Pablo), die kluge Forensikexpertin Abby (Pauley Perrette) darf bei der Arbeit Gothic-Klamotten tragen.
Auch nach gut 160 Folgen: «Es ist ein Tanz, jeden Tag», sagt Harmon über die Dreharbeiten. Viel Wert legen die Macher auf Echtheit. So tragen die Fahnder am Tatort «NCIS»-Kappen. So etwas sehe man in anderen Serien nicht, sagt Harmon. «Schauspieler mögen keine Mützen.»
Harmons Vertrag läuft noch bis 2011, im Spätsommer steht in den USA die achte Staffel an. Die deutschen Fans hängen ein Jahr hinterher. Sat.1 unterbricht den Sommer über die Ausstrahlung der aktuellen siebten Staffel und startet an diesem Sonntag mit einer Doppelfolge aus der fünften Staffel in die Wiederholungsphase. Erst im Herbst wird die siebte Staffel fortgesetzt und beendet.
Früher hat Harmon in Serien wie «Chicago Hope» und «Flamingo Road» oder in Filmen wie «Wyatt Earp» gespielt. Heute steht der Schauspieler bei den Dreharbeiten für «NCIS» (so der Originaltitel) um vier Uhr morgens auf und kommt um halb zehn nach Hause. Eine 45-minütige Folge entsteht an fünf Tagen. Wie es nach 2011 weitergeht? «Ich weiß es noch nicht», sagt Harmon.
Blogtainment/ari/dpa / Foto dpa






