Beim Festival Theaterformen rockt der Bär

Der Bär hat es nicht leicht mit den Menschen. soll er dem archaischen Symbol der ungezähmten Bestie aus der gleichen. Andererseits mag man ihn als plüschiges Kuscheltier und als Tanzbären. Es sind Gegensätze, die auch die Kunst aufgreift.

In seiner Performance «You can speak, you are an animal» befasst sich der Schweizer Projektkünstler Massimo mit dem von Natur und Kultur. Die deutsche Erstaufführung wurde am Freitagabend zum Abschluss des Festivals Theaterformen in Braunschweig gezeigt.

In exakt kalkulierten, perfekt inszenierten Bildern sorgt Furlan dafür, dass Gegensätze voller Poesie aufeinandertreffen und setzt sich dabei auch mit der Rolle des Künstlers auseinander. Zu sanften Berührungen kommt es da ebenso wie zu krassen Reibungspunkten. Dafür sorgt auch die Musik. Mystische Klänge wechseln schlagartig mit den hämmernden Gitarrenriffs der britischen Post-Punk-Gruppe .

Der Bär erhält eine Doppelrolle. Als zottiger Braunbär versucht er, sich den zivilisatorischen Ansprüchen zu entziehen und verweigert selbst eine Lektion im -Spiel. Kultur im Allgemeinen und Sprache im Besonderen sind halt nicht sein Ding. Sein Pendant, der mannsgroße Teddy, ist da anders gestrickt. Er tanzt munter zu den lauten Rockmusik-Klängen über die Bühne, bis seine Auftritte etwas von einem überdrehten Videoclip haben.

Zwischen beiden Welten steht ein seltsamer Mann. Apathisch und mit leerem Blick scheint er in innerer Isolation zu verharren. Das soll sich allerdings ändern, als er nach Tod und Wiederauferstehung eine ganz eigene, von Furlan mit vielen ironischen Einsprengseln und skurrilem Humor inszenierte Evolution durchmacht. Zwar muss er sich zunächst gefallen lassen, dass er gemeinsam mit dem Braunbären zum angeketteten Zirkustier wird. Bald schon aber ergreift seine Chance.

Im Schlussbild singt der mittlerweile als smarter Medienliebling auftretende Mann ein Lied im Stil des Eurovision . Um ihn herum tanzen skurrile Gestalten wie etwa der zum Menschen mutierte Teddy. Bei so viel guter Laune hält es auch den Braunbären weder im Wald noch in seinem Fell, und er swingt munter mit. Und wer würde sich die Stimmung schon von dem auf der Bühne liegenden Toten und der langen Blutspur verderben lassen?

Eine weitere Aufführung der Performance sollte am Samstag die seit dem 2. Juni laufenden Theaterformen beenden. Auf dem Programm standen 16 Produktionen aus neun Ländern, davon 12 Deutschlandpremieren. «Mit knapp 6000 verkauften Karten wurden unsere Erwartungen erfüllt», erklärte Festival-Sprecherin Julia Schneider.

Die Theaterformen wurden vor 20 Jahren in Braunschweig gegründet. Inzwischen sind Hannover und Braunschweig im jährlichen Wechsel die Austragungsorte. Mit einem Budget von 1,2 Millionen Euro gehört das Festival zu den größten seiner Art in .

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