Zuletzt konnte man ihn in dem opulenten Historienfilm «Heinrich 4» von Jo Baier im Kino sehen, ein eher ungewöhnliches Genre für den Mann aus dem Ruhrgebiet. Oft sind es eher die natürlich gespielte Durchschnittlichkeit sowie die zart entrüstete Mimik, die Joachim Król häufig eine außergewöhnliche Komik verleihen.
Auf diese Weise macht der Schauspieler, der heute 53 Jahre alt wird, seine Charaktere zu liebenswürdigen Anti-Helden und gewinnt das Mitgefühl jedes Zuschauers.
Derzeit ist der in Herne geborene Bergmannssohn als Ermittler Lutter im Revier unterwegs, um Mordfälle aufzuklären. In der zuletzt ausgestrahlten dritten Folge «Blutsbande» hatte der Ruhrpott-Kommissar gemeinsam mit seinem Partner Michael Engels, gespielt von Matthias Koeberlin, den Mord an dem Essener Bauunternehmer Rudi Kampschulte zu klären. Der nächste Samstagabendkrimi dieser ZDF-Reihe soll im Herbst unter dem Titel «Stein-Kohle» gezeigt werden. Diesmal will Lutter den Fall eines ermordeten Juwelendiebs lösen und bekommt es mit einem von Armin Rohde dargestellten Pfandhausbesitzer zu tun.
Vor wenigen Jahren war Król beim Fernsehpublikum noch als Commissario Brunetti aus mehreren Donna-Leon-Filmen sehr beliebt, jedoch hält er den Zuspruch nicht für selbstverständlich: «Man sollte sich erstmal auf die natürliche Wirkung verlassen, die man selbst mitbringt, bei mir ist das wohl eher eine positive Ausstrahlung», sagte Król. «Man muss aufpassen, wie lange man den Sympathie-Bonus des Publikums strapazieren kann.»
Neben der Arbeit fürs Fernsehen würde der Krimi-Profi gern wieder bei Kinoproduktionen mitwirken oder auf die Bühne zurückkehren, wo seine Karriere in den 80er Jahren begann.
Nach seiner Schauspielausbildung an der Münchner Otto-Falckenberg-Schule war er in Bochum, Hannover, Basel, München und Köln bravourös aufgetreten. Als Król 1992 eine Hauptrolle in Detlev Bucks «Wir können auch anders» erhielt, nutzte er die Chance zum erhofften Kino-Durchbruch. Seine Rollen in Tom Tykwers Kinodebüt «Die tödliche Maria» (1993) und Sönke Wortmanns Erfolgsstreifen «Der bewegte Mann» (1994) brachten ihm hochrangige Auszeichnungen ein. Beide Auftritte wurden mit dem Bayerischen Filmpreis belohnt, und seine Darstellung des Homosexuellen Norbert in der Wortmann-Komödie verdiente zudem den Bundesfilmpreis und einen Bambi.
Da sowohl Wortmann als auch Tykwer den Schauspieler für weitere Filme engagierten, kam Król mit «Das Superweib» (1996) und «Lola rennt» (1998) erneut in die deutschen Lichtspielhäuser. In der Geschichte um die rothaarige Lola (Franka Potente) findet er als Parade-Clochard aus dem Ruhrpott eine mit 100 000 Mark gefüllte Plastiktüte in der U-Bahn, die Lolas Freund (Moritz Bleibtreu) dort vergessen hat.
Mehr Wandlungsvermögen dürfte dem gebürtigen Westfalen, der mit seiner Frau und seinem Sohn in Köln lebt, sein Schauspieleinsatz in Stijn Coninxs «When The Light Comes» (1998) abverlangt haben. Um den norwegischen Trapper Lars glaubhaft mimen zu können, lernte Król in Spitzbergen bei minus 30° C Schießen und Hundeschlittenfahren. Als sich der erprobte Abenteurer 2002 auf die Rolle eines Profikillers in Mennan Yapos «Lautlos» vorbereitete, scheute er ebenso wenig die körperliche Herausforderung und absolvierte ein dreimonatiges Fitnessprogramm samt Kraft- und Mentaltraining.
Weit über seinen eigenen sportlichen Elan hinaus geht Króls Liebe zum Fußball, wie Lars und Axel Pape in ihrem Dokumentarfilm «Warum halb vier?» festhielten. Hier kommt der Kino- und TV-Liebling neben anderen Fans wie MTV-Moderator Markus Kavka oder Managerlegende Rudi Assauer zu Wort und erzählt von gemeinsamen Stadionbesuchen mit seinem Vater.
| NAME | BERUF | ALTER | GEBURTSDATUM | GEBURTSORT | GEBURTSLAND |
| FREITAG, Thomas | deutscher Kabarettist | 60 | 17.06.1950 | Alsfeld | Deutschland |
| MERCKX, Eddy | Radrennfahrer | 65 | 17.06.1945 | Meensel-Kiesegem | Belgien |
| LOACH, Ken | britischer Filmregisseur | 74 | 17.06.1936 | Nuneaton | Großbritannien |
Blogtainment/ari/dpa / Foto dpa






