ROUNDUP/ThyssenKrupp-Werk in Rio: ‚Meilenstein‘ für Stahlwachstum

<TKA.ETR> fährt nach dem Krisenjahr 2009 sein Engagement auf den internationalen Stahlmärkten massiv hoch. Der Stahl- und Industriekonzern eröffnete am nach erheblicher Verzögerung und deutlicher Kostensteigerung in ein gigantisches Stahlwerk, das voraussichtlich von 2011 an pro 5 Millionen Tonnen Stahl produzieren soll. Das Werk an der Sepetiba-Atlantikbucht, rund 80 Kilometer westlich , ist mit 5,2 Milliarden die größte Investition der Konzerngeschichte. Vorstandschef sprach von einem „Meilenstein“ in der Wachstumsstrategie: „Wir wollen unsere weltweite Top-Position im Markt für hochwertigen Qualitätsflachstahl nicht nur behaupten, sondern ausbauen.“

An der Eröffnung nahmen auch Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva und Rios Gouverneur Sergio Cabral teil. Die Produktion des Werkes ist komplett für den Export nach Deutschland und in die vorgesehen. Als erstes wurde am Freitag die Sinteranlage zur Eisenerz-Aufbereitung in Betrieb genommen. Die anderen Werksteile soll sukzessive folgen. In der Vorplanung war der Konzern 2004, rund zwei Jahre vor Grundsteinlegung, noch von 1,3 Milliarden Euro ausgegangen. Durch die Wiedereingliederung von Werksteilen, ungünstigem Wechselkurs und einer kostspieligen Stabilisierung des Bodens vervierfachten sich aber diese .

An dem von Umweltschützern kritisierten Werk ist Brasiliens Eisenerz-Gigant Vale mit rund 27 Prozent beteiligt. Kritiker werfen der ThyssenKrupp-Tochter „Companhia Siderúrgica do Atlântico“ (CSA) unter anderem vor, Umweltauflagen nicht eingehalten zu haben und die Existenz von Fischern zu gefährden. In einem dpa-Gespräch wies die Anschuldigungen als „absolut haltlos“ zurück: „Das Projekt wurde von den einheimischen Umweltbehörden geprüft und genehmigt.“ Der Komplex besteht neben dem Stahlwerk, aus zwei Hochöfen, einem eigenen Hafen, einem Kraftwerk und einer Kokerei. Das 9 große Gelände wird derzeit nur rund zur Hälfte genutzt und lässt Platz für die Zukunft: „Es wäre kein Problem, das Ganze zu verdoppeln“, sagte Projektchef Friedrich-Wilhelm Schaefer.

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