Schuldspruch für Jacksons Arzt fraglich

Niemand ist mit dem von Jackson so eng verknüpft wie Conrad . Jacksons Leibarzt war es, der dem aufgedrehten Popstar auf dessen Verlangen eine verhängnisvolle Dosis an Schlafmitteln gab.

Ein Jahr später hält das Bangen für den 57-Jährigen an. Aus dem bis dahin unbescholtenen Kardiologen wurde der Angeklagte im Kriminalfall SA073164 am Superior Court von Los Angeles, genannt «People versus Conrad Murray» (Das Volk gegen C.M.).

Ob und wann es zum Prozess kommt, steht bisher nicht fest. «Der Zahl vor-prozessualer Termine sind keine Grenzen gesetzt», erläutert die Sprecherin des Gerichts, , der Nachrichtenagentur dpa. Mit anderen Worten: Die Entscheidung kann auch erst in einem Jahr oder noch später fallen. Zuletzt saß Dr. Murray am Montag mit steinernem Gesicht vor Richter Michael E. Pastor. Seine nächste Vorladung ist für den 23. August anberaumt.

Noch schwerer abzusehen ist, ob die Vorwürfe gegen den schwarzen Doktor von dem Karibik-Inselstaat Grenada angesichts der bekannten Medikamentensucht seines Schützlings zum Schuldspruch reichen. Laut Anklage hat Murray seine Sorgfaltspflicht verletzt und fahrlässig den Tod des Sängers herbeigeführt. Ihm droht im Höchstfall eine Strafe von vier Jahren Gefängnis. Seine Anwälte machen sich auf einen langwierigen Prozess gefasst. «Dies ist aus vielen Gründen ein Alptraum für ihn», sagt Ed Chernoff über seinen Mandanten. «Einer davon ist, dass er (Murray) einen Freund (Jackson) verloren hat».

Vater Joe Jackson hat bereits angekündigt, den Schuldigen am Tod seines Sohnes zivilrechtlich belangen zu wollen. So war es auch O.J. Simpson ergangen. Im Oktober 1995 von einer Jury des gleichen Gerichts freigesprochen, verurteilte ihn ein Zivilgericht Anfang 1997 zur Zahlung von 8,5 Millionen Dollar Schadenersatz an die Hinterbliebenen von Simpsons Ex-Frau und ihres Freundes , die umgebracht worden waren.

Im Fall des früheren Footballstars hatte allerdings eine Fülle von belastendem Material wie DNA-Spuren und Zeugenaussagen vorgelegen. Dr. Murray hat sich beruflich noch nie etwas zuschulden kommen lassen. Seine Patienten legen die Hand für ihn ins Feuer. Er wage, Leben zu retten, wo andere Kardiologen längst aufgegeben haben, heißt es. Murray, der unter ärmsten Bedingungen von einer alleinstehenden Mutter aufgezogen wurde, behandelt Kranke, die sich keinen Arzt leisten können. Er lernte Jackson 2006 in Las Vegas kennen, als dessen Tochter Hilfe brauchte. Die beiden verstanden sich auf Anhieb. Als der Popstar für seine Londoner Konzerte einen Leibarzt bekommen sollte, bestand er auf Conrad Murray.

Dieser stimmte nur zögernd zu. Er brauchte das Geld, das der Veranstalter versprach, dann aber nicht zahlte: 150 000 Dollar pro Monat. Auf der Internetseite in seinem Namen, www.conradmurray.com, heißt es, dass Murray 2002 in den Bankrott angemeldet hatte. Er hat hohe Steuerschulden und steht häufig vor Gericht, weil er mit dem Unterhalt für das eine oder andere uneheliche Kind im Rückstand ist. Nach Angaben der «New York Times» zeugte Murray wenigstens sieben Kinder mit sechs Frauen.

Er muss gewusst haben, was Jacksons Biograf Taraborelli über den «King of Pop» schrieb: Jackson kämpfte schon Jahrzehnte vor seinem Tod mit einer Schmerzmittelsucht. Nach Angaben der «Los Angeles Times» ermittelt die Anklage gegen fünf Ärzte, die dem Sänger unter verschiedenen Namen oder auch auf Blanko-Rezepten über Jahre schwerste Medikamente verschrieben. Der Internist und populäre Gesundheits-Guru schrieb nach dem Tod seines Freundes Michael: «Wir schicken Drogenhändler ins Gefängnis, erlauben aber lizenzierten Ärzten, im Prinzip das Gleiche (wie Dealer) zu tun».

Murray hatte in Polizeiverhören eingeräumt, Jackson regelmäßig seine «Milch» gegeben zu haben. So nannte der Sänger das weißliche Betäubungsmittel, das ihm beim Einschlafen helfen sollte. Andere Ärzte, darunter auch Kollegen in Deutschland, hätten ihm ebenfalls Propofol gespritzt, sagt Murray. Er habe versucht, starken Mittel zu entwöhnen, doch der von Schlafstörungen geplagte Sänger habe ständig danach verlangt. Am 25. Juni vergangenen Jahres fiel sein Schützling einer bekannten Nebenwirkung von Propofol zum Opfer. Nur 50-jährig erlag Jackson den Folgen eines Herzstillstands.

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