Wien entdeckt seinen Jugendstilkünstler Olbrich

will die Bauten des Jugendstil-Künstlers Joseph Maria Olbrich (1867-1908) als Weltkulturerbe schützen lassen, aber in seiner Österreich ist er fast ein Unbekannter.

Mit einer am Freitag eröffneten großen Retrospektive im Wiener wird ein neues Kapitel aufgeschlagen. Die kam auf Initiative der in zustande. Dort war sie in veränderter Form bereits zu sehen.

Olbrich wurde im schlesischen Troppau – dem heutigen Opava in Tschechien – geboren und studierte an der Akademie der bildenden Künste Wien. Er arbeitet im Büro des Jugendstil-Künstlers und soll auch viele Entwürfe Wagners beeinflusst haben. Nach einigen Aufträgen in Österreich ging Olbrich aber nach Deutschland und gestaltete in Darmstadt die Künstlerkolonie Mathildenhöhe. Die Stadt Darmstadt möchte ihr Ensemble aus Jugendstilbauten als Welterbe schützen lassen.

In Wien, dem Olbrich früh den Rücken kehrte, ist der begabte der Stadt trotz eines seit Jahren andauernden Jugendstil-Booms fast vergessen. Zu omnipräsent ist sein Lehrmeister Otto Wagner im Stadtbild, zu leicht lassen sich mit der x-ten Gustav-Klimt- Ausstellung Besucherscharen anlocken. Zuletzt hatte er 1968 in der österreichischen Hauptstadt eine Ausstellung gewidmet bekommen.

«Letztendlich weiß man über Olbrich in Wien nicht allzusehr Bescheid», sagte einer der Kuratoren der Schau, Peter Weinhäupl, am in Wien bei einer Pressekonferenz. Nach dem Zweiten seien viele Olbrich-Bauten aus dem Stadtbild verschwunden. Selbst das entworfene Wien-Wahrzeichen Secession – von den Wienern wegen der goldenen Blätter-Kuppel liebevoll «Krauthappel» (Krautkopf) genannt – werde fälschlicherweise meist seinem Lehrmeister Wagner zugeschrieben.

Die bis zum 27. September dauernde Schau zeigt mit mehr als 400 Exponaten Olbrichs Schaffen als Universalkünstler. Ein Raum ist seiner Arbeit als Zeichner gewidmet, weitere zeigen seinen Weg als Architekt über sein erstes Bauwerk, der Secession, bis zum Gesamtkunstwerk Mathildenhöhe. Von Olbrich entworfene Möbel sind ebenso zu sehen wie von ihm erdachtes Geschirr, Besteck und verschiedene Stoffe.

Anders als in Darmstadt liegt der Schwerpunkt mehr auf Olbrichs Wiener Zeit. «Wir wollten verlorenen Sohn heimbringen», sagte der Direktor des Instituts Mathildenhöhe, Ralf Beil. Bei der Konzeption sei es ihm von Anfang an ein «Herzensanliegen» gewesen, dass die Schau auch nach Wien komme. Denn völlig zu Unrecht sei Olbrich durch seinen Ortswechsel, seinen frühen Tod im Alter von 41 Jahren an Leukämie und durch den Krieg in seiner Heimat in Vergessenheit geraten: «Er war einer der bedeutendsten Architekten der jungen Moderne.»

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