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600 000 feiern 32. Christopher Street Day in Berlin

600 000 feiern 32. Christopher Street Day in Berlin

Schrille als politisches Statement: Etwa 600 000 Menschen haben am Samstag in Berlin mit einem Umzug den gefeiert.

Unter dem Motto «Normal ist anders!» demonstrierten , Lesben und andere für mehr Toleranz gegenüber homo- und transsexuellen Lebensweisen. Für einen Eklat auf der CSD-Bühne sorgte Judith Butler, Philosophin und legendäre Geschlechter-Theoretikerin aus den . Sie lehnte einen Zivilcourage-Preis ab. Die Veranstaltung sei ihr zu kommerziell und oberflächlich. Sie könne die Auszeichnung deshalb nicht akzeptieren.

Mehr als 50 Wagen waren auf den Straßen unterwegs. In schrägen Kostümen und bunten Verkleidungen wurde ausgelassen zu lauter Techno-Musik gefeiert. Getrübt wurde die Stimmung, als ein 43-Jähriger auf einem Paradewagen zwei Männer in Oberarm und Hand biss. Der habe bei seiner Festnahme angegeben, HIV-positiv zu sein, sagte ein Polizeisprecher. Der Verdacht wurde bislang nicht bestätigt.

Die Parade zog zum 32. Mal durch das Zentrum Berlins. Sie erinnert an einen Aufstand von Homosexuellen gegen -Razzien 1969 in der Christopher Street in . Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) verurteilte, dass es immer noch «jeden Tag Diskriminierungen und Übergriffe» auf Homosexuelle gebe. «Solange das der Fall ist, muss man kämpfen», sagte er der Nachrichtenagentur dpa.

Auf der Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor sprach Wowereit von einer «machtvollen, politischen Demonstration». In den vergangenen Jahrzehnten sei viel erreicht worden, aber es gebe auch noch viel zu tun, unter anderem beim Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare.

Die Teilnehmer des großen CSD griffen auch die Fußball-WM als Thema auf. Auf dem Wagen des Deutschen Fußballbundes zeigten Fußballspielerinnen mit Papptafeln der Öffentlichkeit die «Pinke Karte». Am Samstagvormittag hatte der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg in einer Gedenkstunde an die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen erinnert. Unter den Gästen waren die Linken-Kandidatin für das Bundespräsidentenamt, , und Bundestagsvizepräsidentin (Linke) sowie Abgeordnete aller Bundestagsfraktionen.

Auch beim CSD waren alle im Bundestag vertretenen Parteien mit eigenen Wagen präsent. «Homophobie ins Abseits!» forderten die Grünen. «Wir sind, wer wir sind», stand auf einem Transparent des Verbands Lesben und Schwule in der Union (LSU). Die Teilnehmer stellten auf Plakaten provokantere Thesen auf. «Horst K. – Tunten kneifen nicht», hieß es auf einem Plakat, «Lasst Kachelmann frei – Ich will besseres Wetter», auf einem anderen.

Blogtainment/ari/dpa / Foto dpa

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