Romantische Feier für Prinzessin und Daniel Westling – «Ihr habt mir meinen Prinz gegeben»

/Berlin (ddp). Strahlend schön und &;bergl&;cklich hat Kronprinzessin ihr persönliches Märchen vor Millionen Zuschauern besiegelt: In einer romantischen Zeremonie heiratete die schwedische Thronfolgerin am Samstag in der Domkirche im Beisein zahlreicher gekrönter Häupter ihren fr&;heren Fitnesstrainer Daniel Westling. Die Zuschauer r&;hrten die beiden nicht nur mit mehreren K&;ssen und vielen zärtlichen Gesten f&;reinander, sondern auch mit einer emotionalen an das schwedische Volk. «Ihr habt mir meinen Prinz gegeben&;, bedankte sich die 32-Jährige am Samstag unter dem Jubel von Zehntausenden Menschen vor dem Stockholmer Schloss. Schätzungsweise rund 500 000 Menschen säumten während der Feierlichkeiten laut Polizei die Straßen der Stadt.

«Wir, mein Mann und ich, sind so unglaublich froh und sehr, sehr dankbar, dass so viele hier mit uns feiern», sagte die Prinzessin. Diese Unterstützung bedeute ihnen so viel. Zuvor hatte auch ihr Vater, König Carl XVI. Gustaf, zum Volk gesprochen. «Es ist ein wundervoller Tag», hob er hervor und ließ die Frischvermählten hochleben. Anschließend klopfte der Monarch seinem Schwiegersohn, der nun die Titel Prinz Daniel und Herzog von Västergötland trägt, anerkennend auf die Schulter.

Victoria hatte für ihre Liebe und Heirat mit dem Bürgerlichen kämpfen müssen. Am Samstag um kurz vor 16.00 Uhr war es endlich soweit: Lächelnd und mit einem bekräftigenden Nicken gab die Prinzessin dem 36-Jährigen das Ja-Wort. Ebenso wie der Bräutigam rang Victoria bei der Zeremonie mit den Tränen. Nach dem Ringwechsel hielt sich das Paar fest an den Händen und sah sich immer wieder sehr verliebt an. Einen ersten spontanen Kuss gab es unmittelbar nach der Trauung, als die Frischvermählten aus dem kamen.

Mit der Ankunft der Braut an der Kathedrale war zuvor, pünktlich um 15.30 Uhr, das große Geheimnis um ihr Kleid gelüftet worden. Victoria machte in einer schlicht-eleganten, cremefarbenen Seidenrobe des schwedischen Designers Pär Engsheden eine glänzende Figur.

Das Kleid hatte eine knapp fünf Meter lange Schleppe, kurze Ärmel, vorne einen U-Boot-Ausschnitt mit Umschlagkragen und am Rücken einen V-Ausschnitt. Dazu trug die Kronprinzessin das Diadem und den Schleier, den schon ihre Mutter, Königin Silvia, auf den Tag genau vor 34 Jahren bei ihrer Hochzeit mit König Carl Gustaf getragen hatte. Das Diadem soll ein Geschenk Napoleons an seine Frau Josephine im Jahr 1809 gewesen sein.

Von ihrem Vater wurde Victoria in der Domkirche etwa die Hälfte des Weges zum Altar geführt, wo sie der Bräutigam erwartete und die restlichen Meter gemeinsam mit der Prinzessin ging. Im Vorfeld der Trauung hatte es in kritische Stimmen zu dem Vorhaben gegeben, dass der König die Braut zum Altar bringen und dort an ihren zukünftigen Mann übergeben sollte. Dies wurde als nicht mehr zeitgemäß empfunden. Die Thronfolgerin entschied sich nun für diesen Kompromiss.

In der Kathedrale hatten sich mit ihren Familien unter anderem die niederländische Königin Beatrix, die dänische Monarchin Margrethe II., Norwegens Regent Harald V. und der belgische König Albert II. versammelt. Fürst Albert von nahm mit seiner Freundin Charlene Wittstock teil, was für neue Spekulationen über eine möglicherweise bald bevorstehende Verlobung der beiden sorgte.

In eleganten Abendroben und mit kostbaren Juwelen schritten die insgesamt rund 1100 Hochzeitsgäste über den hellblauen Teppich zum Dom. Dieser war auch mit Wildblumen aus Ockelbo, der Heimatgemeinde Westlings, geschmückt. Seine Familie nahm zwischen dem Hochadel in der Kathedrale Platz.

In seiner Trauansprache nannte der Stockholmer Anders Wejryd den Bräutigam als Erster bei seinem neuen Titel, Prinz Daniel. Mit Blick auf dessen bürgerliche Herkunft sagte er: «Einer von euch hat viele Jahre Zeit gehabt, sich auf dieses Leben vorzubereiten und es zu leben. Der andere nur einige wenige.» Der fügte hinzu: «Ihr werdet nicht ganz über euch selbst bestimmen können, aber ihr werdet euch behaupten, wenn ihr euch auch weiterhin mehr auf andere als auf euch selbst konzentriert.»

Westling wirkte während der Trauung zeitweise etwas aufgeregt. Victoria drückte und streichelte aber immer wieder beruhigend seine Hand. Nach dem Ja-Wort wurde ein eigens komponiertes Lied des früheren Abba-Mitglieds im Dom gespielt. Auch eine weitere – wenngleich etwas kitschig anmutende – Pop-Liebesballade zeigte, dass das Paar Wert legte auf eine Mischung aus Tradition und Moderne.

Das Wetter spielte bei dem bestens inszenierten Spektakel ebenfalls mit. Die Sonne schien durch die Wolken, als das Brautpaar in einer offenen Kutsche durch die Innenstadt fuhr und der Menge zuwinkte. Insgesamt rund 7000 Einsatzkräfte, unter ihnen auch Marinetaucher, sorgten für die Sicherheit.

Nach ihrer Kutschfahrt stieg das Kronprinzenpaar auf ein Paradeboot um. Mit 21 Salutschüssen wurden sie bei der Rundfahrt zu Wasser gefeiert. Im Palast fand am Abend das Gala-Dinner mit anschließender Feier statt, bei der auch die schwedische Popgruppe Roxette spielte. Serviert wurde ein Vier-Gang-Menü unter anderem mit Hummer, Trüffel-Kaviar, Wachteleiern und Kalbsfilet. Die Hochzeitstorte, für die der deutschstämmige Hofkonditor Günther Koerffer verantwortlich war, war elfstöckig, 3,30 Meter hoch und 250 Kilogramm schwer.

Strahlend lauschte Victoria bei dem Bankett den Worten ihres Vaters, als dieser ihren Daniel erstmals öffentlich als seinen «Schwiegersohn» ansprach. Der König erklärte laut Redemanuskript, es sei für Königin Silvia und ihn «selbstverständlich» gewesen, dass Victoria «wie jeder Mensch in diesem Land» die Freiheit haben sollte, den Lebenspartner nach ihrem Herzen zu wählen. Dies habe er auch zum Ausdruck bringen wollen, als er seine Tochter im Dom zu ihrem künftigen Ehemann geführt habe.

Der Vater des Bräutigams, Olle Westling, erinnerte daran, wie Daniel vor Jahren ankündigt habe, ihnen «ein Mädchen» vorstellen zu wollen. «Wir hatten nicht damit gerechnet, dass es dieses spezielle Mädchen wäre», sagte der ehemalige Beamte und schwärmte dann von Victorias «wunderbarer Wärme» und «Offenheit».

ddp

991s 991s

Leave a Reply

XHTML: You can use these tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>