Prominente ehren Verleger Wagenbach

Wenn der «meistvorbestrafte deutsche Verleger», wie sich Wagenbach gerne selbst nennt, 80 Jahre alt wird, dann kommen sie alle.

Am Sonntag versammelten sich im Ensemble am Bertolt-Brecht-Platz noch einmal zahlreiche prominente Freunde und Weggefährten zur (etwas verfrühten) Gratulation. Der Jubilar selbst feiert erst am 11. Juli seinen runden Geburtstag.

Gekommen waren nicht nur Literaturnobelpreisträger Günter Grass (mittlerweile selbst über 80) und Verleger wie Michael Krüger, Inge Feltrinelli oder Christoph Links, sondern auch Schauspieler wie Otto Sander, Sophie Rois und Hanns Zischler, Grips-Theaterleiter Volker Ludwig und Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse. Und natürlich Otto Schily, früher Innenminister (SPD), vor allem aber im Leben als Rechtsbeistand in zahlreichen Prozessen unverzichtbar.

Sie alle lasen, musikalisch begleitet von der Swing-Band von Andrej Hermlin (sein Vater Stephan Hermlin gehört zu den Autoren Wagenbachs), aus Wagenbachs neuem «Die Freiheit des Verlegers» mit seinen Erinnerungen und zahlreichen Texten aus seiner zunächst West-Berliner Verlagsgeschichte seit Mitte der 60er Jahre. Wagenbach wird in Branchenkreisen auch liebevoll «Kafkas dienstälteste Witwe» genannt, weil er zahlreiche Bücher über Franz Kafka geschrieben hat.

Der Chefdramaturg des früheren Brecht-Theaters am Schiffbauerdamm, Hermann Beil, nannte Wagenbachs Erinnerungen ein «höchst unterhaltsames Lebenspanorama und lehrreiches Geschichtsbuch über deutsche Verhältnisse» und fügte hinzu: «Die Freiheit des Verlegers ist auch unsere Freiheit!»

Sophie Rois sprach über die Kindheit und Familiengeschichte des Verlegers, der sich stets an die Inschrift über der Haustür seines Großvaters aus dem Matthäus-Evangelium erinnerte: «Und wenn alle mitmachen – ich nicht» (ein Motto, das auch der Publizist und Verleger-Kollege seinen Memoiren gab). Dementsprechend verlief dann auch das Leben des Enkels Klaus Wagenbach, der meinte: «Ich bekam öfter was auf die Schnauze. Aber ich habe zurückgekläfft.»

Die italienische Verlegerin Inge Feltrinelli rief Wagenbach «Eviva Klaus!» entgegen und erinnerte daran, dass er in Italien «ein sehr beliebter Deutscher» sei, nicht nur als Angehöriger der «Toskana-Fraktion», sondern vor allem, weil er viele italienische Autoren in bekanntgemacht habe.

Grass las aus dem Kapitel, in dem sich Wagenbach an sein erstes Erscheinen in der legendären Autorenvereinigung «Gruppe 47» Ende der 50er Jahre erinnert, wo Grass auch erstmals ein Kapitel aus der «Blechtrommel» vorlas. Wagenbach behauptet übrigens, dass Grass seine kurzzeitige Zugehörigkeit zur Waffen-SS als Jugendlicher Ende des Zweiten Weltkrieges später keineswegs verschwiegen habe. Als er, Wagenbach, an einer Grass-Monographie gearbeitet habe, hätte Grass ihm 1963 in Gesprächen freimütig von seinen letzten Kriegstagen und – erlebnissen Anfang 1945 erzählt und davon gesprochen, dass er zur Kompanie eines Panzerregiments zuerst nach Schlesien und dann nach Berlin zur «Gruppe Steiner, SS» gekommen sei.

Ein nachdenkliches Schlusswort sprach der Jubilar dann selbst, als er über die Zukunft der Buchbranche laut nachdachte und meinte, diese Frage könnten wohl nur die Enkel beantworten, die heute und wohl immer mehr vor den Computern säßen. «Vielleicht geht einer von ihnen in späteren Jahren einmal auf den Dachboden und findet ein Buch, in dem er blättert, weil er mit dem daneben liegenden digitalen Datenträger nichts anfangen kann, weil der Server längst nicht mehr funktioniert. Und er bläst den Staub vom Buch und fängt an, darin zu lesen, wenn er noch lesen kann. Und er wird immer neugieriger und bestaunt die Anmerkungen und Lesezeichen im Buch. Also – die Bücher überleben uns, ganz sicher, versprochen!»

www.wagenbach.de

www.berliner-ensemble.de

Posted on Jun 21, 2010 in Star

50 000 Besucher feiern «Southside» Festival

Es war ein Kampf gegen den und ein Genuss für die Ohren: 50 000 Musik-Fans haben beim «Southside» Festivals in in Baden-Württemberg drei Tage gefeiert und gerockt.

Wer keine Gummistiefel eingepackt hatte, war angesichts der Schlammmassen auf dem gesamten Gelände verloren. Auch wenn sich das Wetter bei der elften Auflage nicht als Festival-Freund zeigte, so waren die von den rund 70 Bands und Solokünstlern dennoch begeistert.

Schon unter «normalen» Bedingungen bedeutet ein Festival Ausnahmezustand: schlafen im stickigen Zelt, ausgelaufene Klos, drei Tage Dauer-Party und Ravioli aus der Dose. Doch das «Southside» in diesem Jahr war eine besondere Herausforderung. Innerhalb von wenigen Stunden hatten sich die Wiesen auf dem Gelände des ehemaligen Militärflughafens in Matsch und Dreck-Landschaften verwandelt. Die Landwirte waren im Dauereinsatz, um mit ihren Traktoren eingesunkene Autos aus dem «Schlam(m)assel» zu ziehen.

Die Open-Air-Fans gaben sich alle Mühe, den Verhältnissen zu trotzen. Die meisten resignierten und gaben sich der hemmungslosen Schlammschlacht vor den Bühnen hin. Neben der kanadischen Indie-Rock-Formation The Strokes, die am Freitagabend den ersten Höhepunkt bildete, gaben vor allem die Hochkaräter aus dem Elektro-Bereich den Ton an.

Energiegeladen ging es los mit den beiden britischen Trip-Hop-Gruppen Faithless und Massive Attack. , der Sänger von Faithless, verkündete mit einem gleichnamigen Lied das Motto des Wochenendes: «I Can’t Get No Sleep» («Ich kann nicht schlafen»).

Am Samstagabend wurde der Spagat zwischen den Genres am deutlichsten. Während auf der einen Bühne The Prodigy, die Ur-Väter des Elektro-Punk, und die Hamburger Krawallmacher von Deichkind, auftraten, rockten nebenan die Berliner Beatsteaks. Zwar hatten sie keine neuen Lieder im Gepäck, doch sie überraschten mit einer abwechslungsreichen Show. Sänger Armin Teutoburg-Weiß präsentierte eine Hip-Hop-Version von «Sharp, Cool & Collected» und eine eigene Interpretation des Reggae-Hits «Red Red Wine» aus den 60er Jahren.

Am Sonntag sollten die Indie-Rock- und Punk-Größen von Skunk Anansie, Element of Crime, und Talent noch nachlegen. Gemeinsam mit dem Briten Charlie Winston, der mit seinem Radio-Hit «Like a Hobo» in bekannt wurde, bildeten sie den Abschluss des Konzert-Marathons.

Zusammen mit dem Schwesterfestival «» im norddeutschen Scheeßel, zu dem rund 70 000 Besucher kamen, zählt das «Southside» zu den größten deutschen Open-Air-Festivals. Viele Gruppen waren von Niedersachsen gleich in den Süden Deutschlands weitergereist.

www.southside.de

Posted on Jun 21, 2010 in NEWS, Star

Gute Laune beim Hurricane und Southside Festival

Trotz der deutschen WM-Niederlage haben tausende Musikfans am Freitag gut gelaunt auf dem Hurricane Festival in und dem in Baden-Württemberg gefeiert. Sie gehören beide zu den größten Open-Air-Veranstaltungen dieser Art.

Schon Stunden vor Beginn war im norddeutschen Scheeßel ein Großteil der 70 000 erwarteten Besucher für das Hurricane Festival angereist. Vor einer großen Leinwand feuerten sie auf dem die deutsche Nationalelf an. Anschließend rannten viele über das weitläufige , um rechtzeitig zum Start des Musikprogramms am Nachmittag zu kommen. Den musikalischen Auftakt machte die schottische Biffy Clyro, die mit lauten Gitarrenriffs dem Publikum einheizte.        

Später sollten Größen wie Beatsteaks, Mando Diao, Jennifer Rostock und Madsen auf der Bühne stehen. Bis Sonntagabend werden knapp 80 Bands aus der Rock-, Pop- und Elektro-Szene auf Norddeutschlands größtem Musikfestival auftreten, darunter Massive Attack, The Prodigy, The Strokes und . Für etwa 120 Besucher gab es zu Beginn jedoch eine böse Überraschung. Sie hatten gefälschte Tickets über das Internet gekauft, mit denen sie nicht reinkamen. Während der drei Tage werden fast 400 Polizisten auf Mountainbikes, Pferden, im Hubschrauber und zu Fuß für Ordnung sorgen.

Beim Southside Festival in ob Eck strömten die meisten der rund 50 000 Rock-Fans bereits am Freitagnachmittag völlig verdreckt von den schlammigen Campingplätzen auf das Festivalgelände. Zwar kam pünktlich zum ersten Konzert die Sonne zwischen den Wolken hervor, doch die ganze Nacht hatte es durchgeregnet.

Trotzdem gut gelaunt fieberten die Musik-Begeisterten am Abend den Auftritten der Strokes und der britischen Trip-Hop-Gruppe Massive Attack entgegen. Bis Sonntagnacht werden rund 70 Bands und Künstler auf vier Bühnen zu sehen sein – darunter die Berliner Beatsteaks, der entspannte Singer-Songwriter Jack Johnson aus Hawaii und The Prodigy. Die Briten gelten als die Urväter des Elektro-Punk.

Die Fußball-Euphorie rund um die Weltmeisterschaft in Südafrika ist auf dem Festival allgegenwärtig. Überall sind die lauten Vuvuzela-Tröten zu hören, tausende verfolgten die Partie Deutschland gegen Serbien auf einer Großbildleinwand. Bereits am Donnerstag waren mehrere tausend Musikfans bei Dauerregen angereist und hatten ihre Zelte aufgebaut. Der Bahnhof im nahe gelegenen Tuttlingen glich einem Ferien-Camp. Zahlreiche Besucher verbrachten die Nacht in ihren Schlafsäcken in der Wartehalle und kochten Dosen-Ravioli auf ihren Gaskochern.

www.hurricane.de

www.southside.de

Posted on Jun 20, 2010 in Star

Albertinum als Haus der Moderne wiedereröffnet

Das Albertinum in Dresden ist als Haus der Moderne wiedereröffnet worden. «Es ist zu einem der modernsten Museen Europas, zu einer der geworden», sagte Sachsens Ministerpräsident Stanislaw (CDU) bei dem Festakt.

Das Domizil der und der Galerie Neue der Staatlichen Kunstsammlungen bietet Kunst von Klassizismus und Romantik bis zur Gegenwart. Es war seit 2004 mit einem Kostenaufwand von 51,2 Millionen Euro aus Landesmitteln saniert und modernisiert worden. (20.6.) an ist das Albertinum für Publikum offen.

In den teils nach historischem Vorbild rekonstruierten Hallen und Bildersälen sind 125 Skulpturen und Plastiken sowie rund 300 Gemälde ausgestellt. Die Antikensammlung wird in einem Gläsernen Schaudepot gezeigt, zwei weitere Schaudepots gewähren Einblick in den umfassenden Bestand der Skulpturensammlung.

Das Albertinum mache die Kunst-Metropole Dresden wieder komplett, nachdem jahrelang nur die Alten Meister zu sehen gewesen seien. «Es ist ein großes Missverständnis, dass Dresden allein eine Stadt des Barocks ist», sagte Tillich vor rund tausend Gästen, darunter Künstlern wie Neo Rauch oder Rosa . Die Künstlergruppe «Die Brücke» habe von hier aus die Malerei revolutioniert, nach dem Zweiten Weltkrieg seien Gerhard Richter, Georg Baselitz und A.R. Penck aufgebrochen, um die Kunst zu verändern. «Jetzt steht Dresden endlich wieder auf beiden Beinen: Alte und , Vergangenheit und Moderne sind vereint.»

Das Museum ist mit einem zweigeschossigen, über dem Innenhof «schwebenden Haus» auch eine architektonische Attraktion. Der Einbau des hochwassersicheren Depots, in dem auch Restaurierungswerkstätten untergebracht sind, wurde nach dem Elbehochwasser des Jahres 2002 notwendig. Die bisherigen unterirdischen Aufbewahrungsräume, aus denen damals rund 22 000 Kunstwerke gerettet werden mussten, waren unbenutzbar geworden. In dem Neubau werden 6000 Bilder der Galerien Alte und Neue Meister aufbewahrt.

In einem neuentstandenen Saal ist in wechselnden Präsentationen Kunst der Gegenwart zu sehen. Die Eröffnungsausstellung «Das versprochene Land» (bis 29. Mai 2011) vereint Arbeiten der Künstler, die im Herbst 2002 Werke für eine Benefizaktion zugunsten der in Dresden bewahrten Gemälde gestiftet hatten. Dazu gehören Markus Lüpertz, Andreas Gursky, , Jörg Immendorff, Imi Knoebel, Jonathan Meese, Daniel Richter, Rosemarie Trockel und Rebecca Horn. Der Erlös von 3,4 Millionen Euro bildete den Grundstock für Umbau und Generalsanierung des Albertinums, mit denen sich die Ausstellungsfläche vervierfacht hat.

Die «Brücke für die Kunst» entwarf der Berliner Architekt Volker Staab. Die Stahlkonstruktion liegt auf einem Aufzugsschacht und zwei Pfeilern an den Stirnseiten des Ende des 19. Jahrhunderts zum Ausstellungsgebäude umgebauten . Die «Arche» wurde zwischen Traufe und First gehängt und ist von außen nicht zu sehen. Durch einen umlaufenden Spalt fällt Tageslicht in den überdachten Innenhof, der das Museum über verschiedene Zugänge für Passanten öffnet.

Albertinum

Posted on Jun 20, 2010 in Star

Die Promi-Geburtstage vom 19. Juni 2010: Rainer Langhans

Sein Name steht wie kaum ein anderer für die 68er-Revolution und die sexuelle Befreiung. Seine Beziehung zur schönen ist heute ein Teil deutscher Geschichte.

In den 60er Jahren gehörte Rainer Langhans zu den Gründungsmitgliedern der legendären Berliner Kommune 1. Während die meisten seiner sich von ihrem ehemaligen Ideal verabschiedet haben, lebt Langhans heute mit einem Harem von vier Frauen zusammen und schimpft immer noch gern über «Scheiß Spießer». Heute wird Langhans alt.

Sein Alter ist ihm kaum anzumerken. Ohne Mühe schwingt er sich auf sein rostiges Fahrrad und fährt durch den Münchner , wo er seit Jahren wohnt. «Dass die Leute sich irre aufführen, das lernen sie in der Kleinfamilie», sagt Langhans im Interview mit der dpa und begründet damit, warum er sich stets bemüht hat, anders zu als die meisten Menschen.

Langhans wurde als erstes von vier Kindern in Oschersleben bei Magdeburg geboren. Sein Vater habe ihn «natürlich klassisch» verprügelt. «Ich war ein komisches », sagt Langhans. Schließlich sei er von der Familie abgeschoben worden in ein strenges, freikirchliches Internat. Dann ging er freiwillig zur Bundeswehr, später nach Berlin, wo er zuerst Jura und dann Psychologie studierte. Beendet hat er das Studium nie. Weil es Differenzen mit seinem Professor gab, brach er die Arbeit zum Vordiplom ab.

Erst, als er im «Argumentclub» Gleichgesinnte findet, glaubt Langhans, seine Bestimmung gefunden zu haben. «Da wurde mir klar: Ich bin total normal, und ich bin total gesund, wenn ich diese als total krank ansehe.» Er wird Mitbegründer der Kommune 1, deren Mitglieder sich gern alle zusammen nackt fotografieren lassen, gegen die Nazi-Generation, den Schah und den Vietnam-Krieg demonstrieren und ein Pudding-Attentat auf den US-Vizepräsidenten Hubert H. Humphrey planen, das aber scheitert. Die Kommune sollte ein radikaler Gegenentwurf zu dem Leben werden, das die meisten Deutschen in den 60er Jahren und auch heute noch führen.

Frauen, Männer und auch Kinder lebten dort zusammen. Es wurde diskutiert, debattiert, gefeiert und geliebt. Die Kommune galt als Keimzelle der 68er Ideologie und als Feindbild für das bürgerliche Deutschland. Langhans beschreibt die Zeit heute als «Großekstase», die vor allem von der spirituellen Verbindung der Kommunarden lebte – und vom schönen Foto-Model Uschi Obermaier, in die Langhans sich schwer verliebte. Erst, als sie eifersüchtig wurde und nicht wollte, dass Langhans auch mit anderen Frauen ins Bett geht, sei die Liebe eingeschlafen, sagt Langhans.

Heute lebt er mit vier Frauen zusammen. Die fünfte hat sich aus dem Harem zurückgezogen. zu seinen Frauen, die alle eigene Wohnungen haben, hält er vor allem über seine beiden Handys, von denen eins bei einem Anruf wie ein Frosch quakt. Für eine Fernseh-Dokumentation ließ er sich, seine Frauen und den täglichen Zickenkrieg filmen. Er habe inzwischen kaum noch ein Problem mit Eifersucht, betont Langhans. Auch bei seinen Frauen sei es ruhiger geworden.

Mit vielen der Ex-Kommunarden liegt Langhans heute im Clinch. Auf Obermaier ist er wütend, weil sie der «Bild»-Zeitung gesagt hat, er sei «ein Brett im Bett» gewesen und weil er in ihrem Film «Das wilde Leben» nicht gut wegkam. Fritz Teufel ließ die Öffentlichkeit spöttisch wissen, Langhans rede mit Tomaten. Auch mit den jungen Linken von heute kann das 68er-Idol nichts anfangen.

Seine politisch Verbündeten sieht Langhans in der Jugend von heute, die den Großteil ihrer Zeit in Internet-Foren wie Facebook und StudiVZ verbringen und mit hunderten Menschen auf der ganzen Welt friedlich verbunden sind. Sie leben – so Langhans – das Leben, das er und seine Mitstreiter in den 60ern als Utopie entwickelt haben, in einer virtuellen Welt.

«Wir haben gewonnen. Das, was ich mir gewünscht habe, ist eingetreten. Wir leben alle in Kommunen – nur heute nennen wir das Communities», sagt Langhans. Im Internet sieht er die Verwirklichung all seiner Träume. «Es geht nicht, die äußere Welt zu verändern – in der geistigen, virtuellen Welt verändern die jungen Leute heute aber sehr viel. Die Welt hier, die haben sie im Grunde schon aufgegeben.»

NAME BERUF ALTER GEBURTSDATUM GEBURTSORT GEBURTSLAND
FROST, Sadie britische Schauspielerin und Produzentin 45 19.06.1965 London Großbritannien
ABDUL, Paula amerikanische Popsängerin und Choreographin 47 19.06.1963 San Fernando USA
TURNER, Kathleen amerikanische Schauspielerin 56 19.06.1954 Springfield USA
Posted on Jun 19, 2010 in NEWS, ROUNDUP, Star

Bund gibt Zeichnung von Adolph von Menzel zurück

Die Bundesrepublik gibt eine Bleistiftzeichnung des Berliner von Menzel (1815-1905) an die der jüdischen zurück.

Das Blatt mit dem Titel «Bildnis eines alten Herrn» befand sich bisher als Leihgabe der Bundesrepublik in der Städtischen , wie das Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen in Berlin mitteilte. Früher gehörte die Zeichnung zur privaten Kunstsammlung des Malers .

Nach dessen Tod 1935 wollte Liebermanns Witwe Martha wegen der Verfolgung durch die Nationalsozialisten Deutschland verlassen. Sie konnte aber die Sonderabgaben, die die Nazis von ihr verlangten, nicht bezahlen. Vor der drohenden in das Konzentrationslager nahm sie sich 1943 in Berlin das Leben.

Das «Bildnis eines alten Herrn» geht jetzt über eine Anwaltskanzlei an Erben in . Sie möchten nach Behördenangaben nicht genannt werden.

Posted on Jun 18, 2010 in Star

50 000 Musikfans beim Southside Festival

() ­ Mit einem Konzert der britischen Sängerin Martina Topley-Bird hat am Freitag das dreitägige in Neuhausen ob Eck begonnen.

Die meisten der rund 50 000 Rock-Fans strömten am Nachmittag bereits völlig verdreckt von den schlammigen Campingplätzen auf das Festivalgelände. Zwar kam pünktlich zum ersten Konzert die Sonne zwischen den Wolken hervor, doch die ganze Nacht hatte es durchgeregnet.

Trotzdem fieberten die Musik-Begeisterten am Abend den Auftritten der Strokes und der britischen Trip-Hop- Massive Attack entgegen. Bis Sonntagnacht werden rund 70 Bands und Künstler auf vier Bühnen zu sehen sein – darunter die Berliner , der entspannte Singer-Songwriter Jack Johnson aus den USA und The Prodigy. Die Briten gelten als die Urväter des Elektro-Punk.

Die Fußball-Euphorie rund um die Weltmeisterschaft in Südafrika ist auf dem Festival allgegenwärtig. Überall sind die lauten Vuvuzela-Tröten zu hören, tausende verfolgten die Partie Deutschland gegen auf einer Großbildleinwand.

Bereits am Donnerstag waren mehrere tausend Musikfans bei Dauerregen angereist und hatten ihre Zelte aufgebaut. Der Bahnhof im nahe gelegenen Tuttlingen glich einem Ferien-Camp. Zahlreiche Besucher verbrachten die Nacht in ihren Schlafsäcken in der Wartehalle und kochten Dosen-Ravioli auf ihren Gaskochern. Zusammen mit dem Schwester-Festival im norddeutschen Scheeßel zählt das Southside zu den größten deutschen Open-Air-Festivals. Zum elften Mal findet es in Neuhausen ob Eck auf dem Gelände eines ehemaligen Militärflughafens statt.

www.southside.de

Posted on Jun 18, 2010 in MUSIK, NEWS, Star

«Hurricane»-Festival in WM-Stimmung

Fußballbegeisterte Musikfans haben an diesem Wochenende ein Problem. Im Fernsehen locken die Vorrundenspiele der Fußball-Weltmeisterschaft in . Gleichzeitig stehen beim «Hurricane»- im niedersächsischen Scheeßel wie The Strokes, Beatsteaks, Mando Diao und Billy Talent auf der Bühne.

Doch zum Glück haben die Veranstalter mitgedacht: Auf dem im Kreis Rotenburg lädt eine Leinwand zum Public Viewing. «Wer alle Spiele sehen will, kann auf dem Campingplatz verweilen und dort gucken. Man muss nichts verpassen», sagte Alexandra Mierau vom Organisationsteam. Vor allem zum Festival- am Freitag werden sich die Zuschauer vor der Leinwand drängen. Gegen Mittag spielt nämlich die deutsche Nationalmannschaft gegen Serbien.

Anschließend brauchen die Fans zum Feiern nur wenige Meter weiterziehen. Auf dem Festivalgelände startet mit der schottischen Biffy Clyro das Musikprogramm. Höhepunkte werden am Abend die Auftritte der Beatsteaks und der schwedischen Rocker von Mando Diao sein.

Auch am Samstag und am Sonntag stehen zahlreiche Veteranen des Musikgeschäfts wie Billy Talent, Stone Temple Pilots, Massive Attack, Jack Johnson, Faithless, The Strokes und The Prodigy auf den Bühnen. Aber auch viele New-Comer wie die Britin La Roux, das Afrobeat-Quartett Vampire Weekend, das Künstler-Kollektiv Bonaparte und die vier Norwegerinnen von Katzenjammer sind dabei.

Knapp 80 Bands werden an den drei Tagen auftreten. Für die etwa 70 000 heißt das: volles Programm. Denn zu seinem 14. Geburtstag ist das Festival noch einmal gewachsen. In diesem Jahr wird es erstmals eine zusätzliche Bühne für geben. «Wir haben festgestellt, dass Rock und sehr kompatibel sind», erläuterte Mierau. Nachmittags werden dort außerdem Artisten, Zauberer und andere Varieté-Künstler für Unterhaltung sorgen.

www.hurricane.de

Posted on Jun 18, 2010 in Star

Christa Wolfs Triumph in der Berliner Akademie

Christa Wolf hat ihr bisheriges literarisches Archiv bereits der Berliner Akademie der Künste übergeben. Die 81-jährige Schriftstellerin weiß, dass ihr nicht mehr viel Zeit bleibe, wie sie in ihrem letzten Werk schreibt.

Mit ihren Romanen «Der geteilte Himmel», «Kindheitsmuster» und «Kassandra» wurde Wolf zur bedeutendsten Autorin der untergegangenen DDR. «Ich glaube auch nicht, dass ich noch einmal so ein wie “” schreiben werde, das ist mein “Lebensmuster”», sagte Wolf am Mittwochabend in der Berliner Akademie der Künste, die den Andrang kaum bewältigen konnte.

Die Schriftstellerin stellte ihren ersten Roman seit 16 Jahren erstmals der Öffentlichkeit vor. Am Montag (21. Juni) erscheint das Buch bei Suhrkamp. 700 Besucher fanden vor und hinter der Einlass, darunter Suhrkamp-Verlegerin Ulla Unseld-Berkewicz, Schriftsteller-Weggefährte aus DDR-Zeiten und Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse.

Die von Klaus Staeck geleitete Akademie sprach von einer «deutschlandweiten Buchpremiere». An der Kasse der Akademie im (im früheren West-Berlin zwischen und Brandenburger Tor) hatten sich lange Schlangen gebildet. Für die sichtlich entspannt wirkende Autorin, die mit einer Gehhilfe auf die Bühne kam, gab es nach der zweistündigen Veranstaltung mit Lesung und Diskussion viel Beifall.

Der Titel des im Suhrkamp Verlages erschienenen Romans «Stadt der Engel» meint Los Angeles, wohin sich Wolf Anfang der 90er Jahre nach dem Ende der DDR und auf dem Höhepunkt des deutsch-deutschen Literaturstreits für zurückgezogen hatte. Das Buch soll ihren Angaben zufolge auch in den USA erscheinen.

Auch der Schriftstellerkollege Ingo Schulze («Simple Storys»), der Direktor der Sektion Literatur der Akademie ist und als Moderator des Abends für den Literaturkritiker Arno Widman eingesprungen war, nannte den Roman Wolfs ein «Lebensmuster», eine Art Fortsetzung ihres früheren Buches «Kindheitsmuster». Für ihr neues Buch habe sie sich viel Zeit gelassen, um in großer Offenheit von ihrem in der DDR, deren Ende und auch von ihren Träumen und Albträumen zu erzählen.

Dazu gehöre auch Wolfs umfangreiche Stasi-Akte über ihre jahrzehntelange Bespitzelung in der DDR und auch ihre eigene, von ihr verdrängte kurzfristige Zusammenarbeit mit der Stasi Ende der 50er Jahre als «IM Margarete». Wolf habe den Mut, sich auch selbst immer wieder in Frage zu stellen, betonte Schulze. «Was zählt, ist der Text zum Beispiel auch über jene Momente, in denen man nicht weiß, wie man die Nacht überstehen soll.»

Die Ausstellung in der Akademie mit Dokumenten aus dem Leben und Werk der Schriftstellerin vor einigen Jahren in der Akademie trug den Titel «Wie man es erzählen kann, so ist es nicht gewesen». Sie zeigte auch die «Spickzettel» Wolfs für die Verteidigungsrede auf dem legendären SED-Plenum 1965 unter Walter Ulbricht mit dem verheerenden kulturpolitischen Kahlschlag, dem auch Defa-Filme wie «Spur der Steine» zum Opfer fielen. «Es war die einzige oppositionelle Rede damals», erinnerte Schulze.

Wolf protestierte mit zahlreichen anderen Autoren auch gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns aus der DDR 1976, «ein Wendepunkt in meinem Leben», wie sie sagte. Später, im stürmischen deutschen Herbst 1989, war Wolf sogar als erste frei gewählte DDR-Staatspräsidentin im Gespräch. Sie hatte zusammen mit anderen Schriftstellern und Künstlern den Aufruf «Für unser Land!» unterzeichnet. «Mein Leben in drei Staats- und Gesellschaftsformen in Deutschland treibt mir eine Fülle von Stoff zu, von der ich etwas aufbewahren möchte», betont die 1929 in an der Warthe geborene Autorin. «Es ist, wie so oft bei mir, ein Anschreiben gegen das Vergessen.»

Wolf, die früher auch SED-Mitglied war, las an dem Abend auch die Passagen des Buches, die ihr Entsetzen dokumentieren, als sie nach dem Zusammenbruch der DDR in der Stasi-Unterlagenbehörde auf ihre sogenannte Täterakte über ihre kurzfristige Stasi-Mitarbeit stieß – nachdem sie die 42 Stasi-Akten ihrer eigenen jahrzehntelangen Bespitzelung durch die Stasi gelesen hatte. «Ich fühlte mich doch völlig unbelastet…IM – weißt du, wie das ist, wenn dir zwei Buchstaben wie ein Gerichtsurteil entgegenblicken?…Das hatte ich vergessen können?…IM stand da, ich habe es nicht glauben wollen, Katastrophenalarm, der Schweiß brach aus.»

Dass sie in der DDR trotz allem geblieben sei, habe vielerlei Gründe gehabt, betonte Wolf in der Diskussion. Sie habe vor allem das Gefühl gehabt, in der DDR mehr gebraucht zu werden, «als es wohl in der Fall gewesen wäre». In den USA wurde Wolf immer wieder gefragt: «Sie kommen aus Deutschland? Ost oder West? Berlin? Sie haben unter dem Regime gelebt, die ganze Zeit?»

Posted on Jun 18, 2010 in NEWS, Star

Erkrankter Ozawa sagt weitere Konzerte ab

Der krebskranke Star- muss auch alle Konzerte mit den Philharmonikern absagen. Das teilte sein Agent der japanischen mit. Der frühere Karajan-Assistent stand für das Silvesterkonzert im Programm.

Anfang des Jahres war bekanntgeworden, dass der 74-jährige Japaner an Speiseröhrenkrebs leidet. Er hatte seither bereits Auftritte bis Herbst abgesagt. Ein in Japan beim Saito Kinen Matsumoto sei weiter geplant, doch müsse er auf lange Auslandsreisen wegen seiner Gesundheit verzichten, hieß es.

www.berliner-philharmoniker.de

Posted on Jun 18, 2010 in NEWS, ROUNDUP, Star

Christa Wolf präsentierte ihr neues Buch

Berlin (ddp). Schriftstellerin hat am Mittwochabend in der der Künste vor mehr als 700 örern ihr neues vorgestellt. In «Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr. Freud&;, das in Los Angeles spielt, setzt sich ihre Ich-Erz&;hlerin nicht nur mit der amerikanischen Lebensweise auseinander, sondern vor allem mit ihrer eigenen Vergangenheit.

Viele der in dem Buch geschilderten Ereignisse sind Ereignisse aus Wolfs Biografie – wie eben jene Reise nach Los Angeles Anfang der 90er Jahre, als in Deutschland Stasi-Vorwürfe gegen sie erhoben wurden. So beschreibt die Ich-Erzählerin an einer Stelle ihre Gefühle beim Ansehen jener Stasi-Akte, in der sie als «IM» geführt wurde. Gleichwohl sie sich davor eigentlich «ganz unbelastet» gefühlt habe, habe ihr Körper in dem Moment «Katastrophenalarm» ausgelöst.

Wieviele der Schilderungen in dem Buch insgesamt wahr und wieviele erfunden sind, ließ offen. Ihre Ich-Erzählerin habe zwar viele autobiografische Züge, sei aber «nicht in allem» mit ihr identisch, sagte die 81-Jährige bei der Buchpräsentation.

Bei der Veranstaltung sprach Wolf auch darüber, warum sie damals in der DDR blieb, während andere Schriftsteller das Land verließen. Sie und ihr Mann hätten einfach das Gefühl gehabt, sie wü dort gebraucht, «mehr als in », sagte Wolf.

«Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr. Freud» ist ab dem 21. Juni im Handel erhältlich. Laut Wolf wird das Buch voraussichtlich auch auf Englisch erscheinen. Ein Verlag habe sich bereits die Rechte gesichert.

ddp

Posted on Jun 18, 2010 in NEWS

Schlingensief beim Hamburger Theaterfestival

Überregional viel diskutierte Produktionen aus dem deutschsprachigen sind beim Hamburger Theaterfestival vom 26. September bis 31. Oktober zu Gast.

«Im zweiten Festival-Jahr erlebt das Publikum Theaterproduktionen vom Burgtheater , dem Deutschen Theater Berlin, den Münchner , dem Schauspielhaus und dem Berliner Ensemble», sagte Intendant Nikolaus Besch in . Gezeigt werden Inszenierungen von , Martin Kušej, Jürgen Gosch, Barbara Frey, Jan Bosse und Christoph Schlingensief. Auf der Bühne stehen Stars wie Barbara Sukowa, , und Joachim Meyerhoff.

Die Münchner Kammerspiele zeigen «Der Prozess» von Franz Kafka (Regie: Andreas Kriegenburg). Vom Burgtheater Wien kommen «Der Weibsteufel» von Karl Schönherr (Martin Kušej), «Phädra» von Jean Racine (Matthias Hartmann) und «Mea Culpa» zum 50. Geburtstag von Christoph Schlingensief. Das Deutsche Theater Berlin ist mit «Onkel Wanja» von Anton Tschechow (Jürgen Gosch) und mit «Endspiel» von Samuel Beckett (Jan Bosse) dabei. Das Schauspielhaus Zürich präsentiert «Quartett» von Heiner Müller (Barbara Frey) und das Berliner Ensemble «Gretchens Faust» nach Johann Wolfgang Goethe (Martin Wuttke).

Neben den diesmal acht Produktionen, die eingeladen sind, sich in Hamburg zu präsentieren, baut die Festival-Leitung in Kooperation mit der Theaterakademie Hamburg das Programm in weiterer Hinsicht aus: Eine Reihe von Schauspielworkshops, Vorträgen und Diskussionen mit bekannten Theaterpersönlichkeiten wie , Philip Hochmair, Nicolas Stemann, Karin Beier und Thomas Thieme runden das diesjährige Festival im Rahmen der «Herbstakademie 2010» ab.

Posted on Jun 17, 2010 in Star

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