
Der Regisseur Christoph Schlingensief will sich nicht ausdrücklich mit der NS-Architektur des deutschen Pavillons bei der Kunst-Biennale in Venedig auseinandersetzen. Der Künstler soll den Pavillon bei der nächsten Biennale 2011 gestalten.
«Ich muss alle enttäuschen, die schon in Bayreuth enttäuscht waren. Ich werde keine Nazi-Nummer geben! Warum auch?» sagte der an Krebs erkrankte Schlingensief (49) in einem Gespräch mit dem Magazin «Focus». Schlingensief hatte in Bayreuth Richard Wagners «Parsifal» inszeniert. In Venedig hätten sich bereits so viele Künstler vor ihm von Haacke bis Genzken mit der Architektur auseinandergesetzt, «was soll ich da noch sagen?»
Die Kritik des Künstlers Gerhard Richter an seiner Venedig-Berufung versteht Schlingensief nicht. Richter habe so etwas nicht nötig. Richter hatte kritisiert, dass mit Schlingensief ein Performer ausgewählt worden sei. «Er kennt nur die Malerei? Das kann ich kaum glauben», meinte Schlingensief dazu, der zurzeit an seinem «Operndorf» im afrikanischen Burkina Faso arbeitet. Im November sollen dort die ersten Musik- und Filmklassen ihre Arbeit aufnehmen.
Von den Gesamtkosten für das Dorf in Höhe von 1,8 Millionen Euro fehlen seinen Angaben zufolge noch fast 800 000 Euro, trotz großzügiger Unterstützung von Prominenten wie Herbert Grönemeyer, Henning Mankell, Brigitte Oetker und Roland Emmerich, die jeweils 100 000 Euro gespendet hätten. Auch das Goethe-Institut und die Bundeskulturstiftung unterstützten das Projekt. «Nur das Auswärtige Amt hat mir unter Westerwelle 100 000 Euro gestrichen, die mir der Ex-Minister Steinmeier allerdings zugesichert hatte.»
Auf seine Krebserkrankung angesprochen, meinte Schlingensief, im Moment sehe es so aus, «dass ich wohl länger lebe, als alle und ich zusammen gedacht haben». Es sei aber «sehr beunruhigend» für ihn, «nach der Totalkatastrophe wieder ganz der Alte sein zu sollen. Das schaffe ich nicht so gut, wie viele denken. Die Ängste bleiben und auch das Gefühl, dass es nie mehr so wie früher sein wird.» Er lebe jetzt «vielleicht so verzweifelt intensiv wie noch nie zuvor».

Zwei neue Modelle seiner sportlichen Tochter Abarth bringt Fiat am 26. Juni zu den Händlern. Der Fiat 500 kommt als Abarth-Cabrio für mindestens 21 000 Euro, der Punto Evo soll als Sportversion mindestens 19 500 Euro kosten.
Das teilt der italienische Autohersteller in Balocco bei Mailand mit. Der offene Fiat erhält einen 1,4 Liter großen Turbobenziner. Der 102 kW/140 PS-Motor beschleunigt den Viersitzer in 8,1 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 205 km/h. Das Cabrio mit Fünf-Gang-Automatikgetriebe verbraucht laut Hersteller 6,5 Liter (CO2-Ausstoß: 151 g/km).
Unter der Haube des Punto Evo Abarth arbeitet ebenfalls ein 1,4 Liter großer Benziner, er leistet 120 kW/163 PS. In Kombination mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe beschleunigt der Wagen in 7,9 Sekunden auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit soll bei 213 km/h liegen, der Verbrauch bei 6,1 Litern (CO2-Ausstoß: 142 g/km).

Mit Beginn der Urlaubszeit variieren die Preise an den Zapfsäulen europaweit stark. Wie der Auto Club Europa (ACE) in Stuttgart ermittelt hat, beträgt die Differenz zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Preis für einen Liter Superbenzin derzeit 1,07 Euro.
Am teuersten ist der Kraftstoff jetzt in der Türkei, wo 1,88 Euro pro Liter verlangt werden. Am günstigsten tanken Autofahrer im Westen Russlands: 81 Cent werden dort für einen Liter verlangt. Der europäische Durchschnittspreis beträgt laut ACE zurzeit 1,25 Euro, der in Deutschland liegt mit 1,43 Euro deutlich darüber.
ACE-Grafik zu den Spritpreisen: dpaq.de/Benzin
ThyssenKrupp <TKA.ETR> fährt nach dem Krisenjahr 2009 sein Engagement auf den internationalen Stahlmärkten massiv hoch. Der Stahl- und Industriekonzern eröffnete am Freitag nach erheblicher Verzögerung und deutlicher Kostensteigerung in Brasilien ein gigantisches Stahlwerk, das voraussichtlich von 2011 an pro Jahr 5 Millionen Tonnen Stahl produzieren soll. Das Werk an der Sepetiba-Atlantikbucht, rund 80 Kilometer westlich Rio de Janeiros, ist mit 5,2 Milliarden Euro die größte Investition der Konzerngeschichte. Vorstandschef Ekkehard Schulz sprach von einem “Meilenstein” in der Wachstumsstrategie: “Wir wollen unsere weltweite Top-Position im Markt für hochwertigen Qualitätsflachstahl nicht nur behaupten, sondern ausbauen.”
An der Eröffnung nahmen auch Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva und Rios Gouverneur Sergio Cabral teil. Die Produktion des Werkes ist komplett für den Export nach Deutschland und in die USA vorgesehen. Als erstes wurde am Freitag die Sinteranlage zur Eisenerz-Aufbereitung in Betrieb genommen. Die anderen Werksteile soll sukzessive folgen. In der Vorplanung war der Konzern 2004, rund zwei Jahre vor Grundsteinlegung, noch von 1,3 Milliarden Euro Kosten ausgegangen. Durch die Wiedereingliederung von Werksteilen, ungünstigem Wechselkurs und einer kostspieligen Stabilisierung des Bodens vervierfachten sich aber diese Kosten.
An dem von Umweltschützern kritisierten Werk ist Brasiliens Eisenerz-Gigant Vale mit rund 27 Prozent beteiligt. Kritiker werfen der ThyssenKrupp-Tochter “Companhia Siderúrgica do Atlântico” (CSA) unter anderem vor, Umweltauflagen nicht eingehalten zu haben und die Existenz von Fischern zu gefährden. In einem dpa-Gespräch wies Schulz die Anschuldigungen als “absolut haltlos” zurück: “Das Projekt wurde von den einheimischen Umweltbehörden geprüft und genehmigt.” Der Komplex besteht neben dem Stahlwerk, aus zwei Hochöfen, einem eigenen Hafen, einem Kraftwerk und einer Kokerei. Das 9 Quadratkilometer große Gelände wird derzeit nur rund zur Hälfte genutzt und lässt Platz für die Zukunft: “Es wäre kein Problem, das Ganze zu verdoppeln”, sagte Projektchef Friedrich-Wilhelm Schaefer.
Ein bisher nicht veröffentlichtes Manuskript von Mark Twain hat bei einer Auktion den Spitzenpreis von 242 500 Dollar (knapp 200 000 Euro) erzielt. Sotheby’s in New York hatte das 65- seitige Werk mit dem Titel «A Family Sketch» («Skizze einer Familie») nur auf etwa die Hälfte, 120 000 bis 160 000 Dollar, geschätzt.
Twain hatte es seiner Tochter Susy gewidmet, die 1896 mit 24 Jahren an Meningitis gestorben war. Das Manuskript gilt als verschollenes Kapitel seiner Autobiografie, in dem er sich besonders offen und emotional mit seiner Familie und der eigenen Kindheit befasst.
Twains Todestag hatte sich erst im April zum hundertsten Mal gejährt. Das Manuskript und Dutzende seiner Briefe waren der Höhepunkt einer zweitägigen Sotheby’s-Auktion von seltenen Büchern und Skripts. Sie sollte am Freitagabend mit der Versteigerung von Korrespondenz des Kultautoren J. D. Salinger («Der Fänger im Roggen») zu Ende gehen.
Ein Verehrer von George Gershwin (1898 bis 1937) hatte am Donnerstag 23 229 Euro (28 750 Dollar) für eine signierte Skizze des US-Komponisten zu seinem Song «Clap Your Hands» ausgegeben. Ein getippter Brief des Komponisten fand für 15 000 Dollar einen Abnehmer. Und eine Postkarte mit seiner Unterschrift wechselte für 1375 Dollar den Besitzer, teilte ein Sprecher des Auktionshauses mit.
Salinger äußert sich in seinen Briefen an einen Bekannten über seine Gesundheit, chinesisches Essen und Themen des Tages. Es sind die ersten bis dahin unbekannten Schriftstücke von ihm, die nach seinem Tod im Januar an die Öffentlichkeit geraten waren. Salinger hatte völlig zurückgezogen in einem Waldhäuschen in New Hampshire gelebt und jahrzehntelang trotz angeblich reger Arbeit nichts veröffentlicht.

Berlin (ddp). Tiger Woods (34), Golfprofi, soll rund 2,5 Millionen Euro Schweigegeld für ein uneheliches Kind gezahlt haben. Einer Fernsehdokumentation zufolge soll sich der untreue Golfprofi das Stillschweigen seiner Geliebten Theresa Rogers mit rund 2,5 Millionen Euro erkauft haben, die 2003 angeblich eine gemeinsame Tochter zur Welt brachte, wie die «Daily Mail» berichtete. Gerüchte über eine heimliche Vaterschaft halten sich seit dem Skandal um die endlosen Affären des Golfers und dem Ehe-Aus mit Elin Nordegren hartnäckig. Neal Boulton, der Mann hinter der Dokumentation «Tiger Woods: The Rise and Fall», die am kommenden Donnerstag ausgestrahlt wird, behauptet, er könne seine These mit DNA-Beweisen belegen. Woods werden bis zu 13 Affären nachgesagt, unter anderem mit Porno Star Joslyn James, wie die Zeitung schrieb.
ddp
Die Luft- und Raumfahrtausstellung ILA meldet kurz vor Ende Rekordabschlüsse, zufriedene Aussteller und einen großen Besucherandrang. Auf der größten deutschen Luftfahrtmesse sind Verträge und Kaufabsichten in Höhe von knapp 14 Milliarden Euro (16,5 Mrd. US-Dollar) bekanntgegeben worden, teilte die Messe Berlin am Samstag auf der ILA in Schönefeld mit. Auf der Airshow vor zwei Jahren seien es Verträge für gut 5 Milliarden Euro gewesen.
Die EADS-Tochter <EAD.ETR> Airbus konnte auf der 10. Berlin Air Show kräftig absahnen. Das Unternehmen meldete Aufträge für 12,7 Milliarden Euro (15,3 Mrd. Dollar). Insgesamt wurden 67 Flugzeuge verkauft. Zum ILA-Auftakt wurde ein Mega-Deal bekanntgegeben. Die arabische Airline Emirates kaufte 32 Maschinen des weltgrößten Verkehrsflugzeugs A380 für 11,5 Milliarden Dollar. Dies war der größte Einzelauftrag in der Zivilluftfahrt.
Zwei Drittel der mehr als 1.150 Aussteller aus 47 Ländern seien mit dem geschäftlichen Erfolg der Beteiligung zufrieden. Ebenso viele erwarten nach Angaben der Veranstalter noch ein sehr gutes bis zufriedenstellendes Nachmessegeschäft. “Der geschäftliche Stellenwert der ILA war noch nie so hoch wie in diesem Jahr”, wird Messe- Geschäftsführer Raimund Hosch zitiert. Fast 90 Prozent der Aussteller hätten die künftige wirtschaftliche Situation der Branche als positiv beurteilt und die Absicht, sich an der ILA 2012 wieder zu beteiligen.
Die Luftfahrtschau war für Fach- und Privatbesucher gleichermaßen interessant. Es seien 125 000 Fachbesucher gekommen, etwas mehr als vor zwei Jahren. Bis zum ILA-Ende am Sonntagabend rechnet die Messe Berlin mit rund 240 000 Besuchern. 2008 waren es 241 000 Gäste. Die ILA muss umziehen. Die Airshow findet 2012 in Schönefeld-West statt, da nach dem Betriebsbeginn des Hauptstadtflughafens BBI am bisherigen Standort kein Platz mehr ist.
Nach dem 4:0-Erfolg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft rechnen die Buchmacher den Deutschen bessere Chancen auf den WM-Titel aus. Während vor Beginn des Turniers noch 12 Euro für einen Euro gezahlt worden wären, wenn man erfolgreich auf Deutschland als Weltmeister tippt, sank die Quote nach dem Spiel vom Sonntagabend auf acht Euro.
Gleichzeitig überholte Deutschland in der Gunst der Wettfreunde England und die Niederlande. mehr »
Die Deutsche Post <DPW.ETR> bereitet nach einem Magazinbericht das größte Sparprogramm in der Geschichte ihrer Briefsparte vor. Wie die “Wirtschaftswoche” unter Berufung auf Konzernkreisen berichtet, will das Unternehmen innerhalb eines Jahres eine Milliarde Euro einsparen. Das sei rund das Fünffache des bisher veranschlagten Betrags in Höhe von 180 Millionen Euro. Das Projekt mit dem Namen “One” solle noch im Spätsommer starten und sei kürzlich vor rund 50 Führungskräften vorgestellt worden.
Die Deutsche Post wollte den Bericht am Samstag nicht kommentieren. Der Briefmarkt sei tendenziell rückläufig, unter anderem, weil immer mehr Mitteilungen per E-Mail versandt würden, sagte ein Postsprecher der dpa. Im Briefbereich müsse die Post deshalb jede Möglichkeit der Kosteneinsparung prüfen, um am Markt zu bleiben. Zu den Maßnahmen und Einsparsummen, die die “Wirtschaftswoche” nennt, sagte er aber nichts.
In dem Bericht heißt es, größere Einnahmen erhoffe sich Post- Vorstand Jürgen Gerdes durch den Verkauf der 350 Postfilialen, die der Konzern noch in Eigenregie betreibe. Die ehemalige Konzerntochter Postbank habe an 277 Filialen Interesse angemeldet. Sie könnte mehr als 100 Millionen Euro zahlen und auch Mitarbeiter übernehmen. Zudem erwäge die Post, in ausgewählten Bezirken Pakete und Briefe gemeinsam zustellen zu lassen, wie in Teilen Hamburgs bereits praktiziert. Langfristig stehe auch das Netz der 82 Brief- und 33 Paketzentren auf dem Prüfstand, berichtet die “Wirtschaftswoche”. Auch bei der Zustellung könnte gespart werden.
Die größte deutsche Luftfahrtschau ILA ist nach sechs Tagen in Schönefeld zu Ende gegangen. Der Veranstalter meldet Rekordbestellungen. Auf der ILA seien für rund 14 Milliarden Euro Verträge und Kaufabsichten unterschrieben worden. Vor zwei Jahren waren es 5 Milliarden Euro, teilte die Messe Berlin mit. Die EADS-Tochter <PEAD.PSE> <EAD.ETR> Airbus verkündete den größten Auftrag in der Zivilluftfahrt. Die arabische Airline Emirates orderte auf einen Schlag 32 Maschinen des weltgrößten Verkehrsflugzeugs A380.
Die Faszination Luftfahrt lockte auch wieder die Massen. Nach offiziellen Angaben kamen rund 235.000 Besucher. Vor zwei Jahren waren es 241.000 Gäste. Zwei Drittel der mehr als 1.150 Aussteller aus 47 Ländern meldeten nach Veranstalter-Angaben gute Geschäfte. Fast 90 Prozent wollen bei der nächsten ILA wieder dabei sein.
Die ILA 2012 findet vom 12. bis 17. Juni statt. Nach 10. Luftfahrtschauen auf dem Flughafen Schönefeld muss nun umgezogen werden. Am künftigen Hauptstadtflughafen BBI ist keine Platz mehr. Deshalb findet die ILA 2012 in dem am Flughafen angrenzenden Ort Selchow statt.
Das Land Baden-Württemberg will die Gehälter von Vorstandsmitgliedern der Landesbank LBBW auf 500 000 Euro jährlich deckeln. Die Landesregierung werde bei künftigen Vertragsabschlüssen einen entsprechenden Landtagsbeschluss umsetzen, berichtete Finanz- Staatssekretär Stefan Scheffold (CDU) auf eine Anfrage der SPD.
Das Parlament hatte am 19. März 2009 beschlossen, dass sich die Landesregierung mit den anderen Anteilseignern der LBBW dafür einsetzen soll, die Vergütungen des Vorstandes auf 500 000 Euro zu beschränkt, sofern das Jahresergebnis negativ ist.
Über diese Vorgabe hatte sich die Landesregierung bei der Vergütung der LBBW-Manager zuletzt hinweggesetzt. Das höhere Gehalt für den im Juni 2009 von der Berliner Landesbank gekommenen LBBW- Vorstand Hans-Jörg Vetter begründete das Finanzministerium jetzt damit, dass man “im Einzelfall die damals bestehenden Marktgegebenheiten nicht außer Acht lassen” konnte.

Wegen eines Streits um die Kosten ist der Ausbau des Bayreuther Festspielhauses nach Medienberichten vorerst gestoppt worden.
Der Bauantrag sei zwar inzwischen gestellt, das Projekt ruhe aber, berichtete das Nachrichtenmagazin «Focus» unter Berufung auf den federführenden Architekten Bernd Werner. Bei dem Streit gehe es um Baukosten von rund zehn Millionen Euro. Der im Stiftungsrat der Bayreuther Festspiele vertretene Freistaat Bayern geht dem Bericht zufolge davon aus, dass die Kosten für die baulichen Erweiterungen die «Freunde von Bayreuth» übernehmen.
Dieser Einschätzung habe jedoch der Vorsitzende des Mäzenaten- Vereins Georg von Waldenfels widersprochen, berichtet das Blatt. «Da gibt es keinen Automatismus», zitiert «Focus» von Waldenfels. Zudem gebe es juristischen Ärger wegen der Architekten-Rechnung in Höhe von 470 000 Euro; von Waldenfels lehne die Übernahme der Kosten ab. Insgesamt seien für 23 Millionen Euro neben der Probebühne ein Kindertheater und eine neue Gastronomie geplant. Weder von der Festspielleitung noch von dem Architekten war am Sonntag zu dem Bericht eine Stellungnahme zu erhalten.