
Der Junge heißt Andile, doch er nennt sich nur Thomas, nach Thomas Hitzlsperger, dem deutschen Fußballprofi. «Hitz, the Hammer», wie der ehemalige Nationalspieler seit seiner Zeit in England gern genannt wird.
Andile ist elf. Andile hat Aids. Er lebt in einem Township in Südafrika, wo jedes zweite Kind sein Schicksal teilt. Vor einem Jahr bekam er Besuch, vom «Hammer». Sigrid Klausmann hat bewegende Begegnungen der beiden dokumentiert. Ihr 34-Minuten- Film «Thomas Hitzlsperger und die Township-Kinder» läuft an diesem Samstag innerhalb der Vorberichterstattung zum WM-Spiel Niederlande gegen Japan ab 12.15 Uhr in der ARD.
Es war eine einfache Frage, doch die Reaktion von Andile, hat den sonst so strahlenden Fußballheld Hitzlsperger verändert. Als der einstige Mittelfeldspieler des VfB Stuttgart den Jungen nach seinem Vater fragt, bricht der in Tränen aus und rennt aus dem Raum. Andiles Vater starb vor acht Jahre an Aids. «Auch bei mir hinter der Kamera liefen die Tränen runter», erzählt Regisseurin Klausmann, Frau des Schauspielers Walter Sittler. 22 Millionen Aids-Waisen hatten plötzlich ein Gesicht. «Mir war plötzlich klar, was es bedeutet, wenn ein Kind seinen Vater verliert», sagt Hitzlsperger.
Andile ist eines von zig HIV-infizierten Kindern, um die sich die Organisation «Ubuntu Africa» in der Township Khayelitsha kümmert, einer Wohnsiedlung für Schwarze am Rande Kapstadts. Ins Leben gerufen wurde die Organisation von der jungen Amerikanerin Whitney Johnson. Ihre Art, Hoffnung zu geben, wollte Klausmann porträtieren, fand in Hitzlsperger einen Partner – der damals selbst noch hoffte, in diesen Tagen für Deutschland zu spielen.
«Hitz» verzichtete auf seinen bereits geplanten Urlaub, zahlte seinen Trip nach Südafrika selbst und besuchte an der Seite Klausmanns das Township – ohne Presse, ohne Bodyguard. «Er ist so, wie er ist», sagt Klausmann. Mit seiner bescheidenen Art, mit der er Andile nie bedrängt habe, sei es «the Hammer» gelungen, dass sich der Junge öffnete. Das Ergebnis: berührende, bezaubernde Szenen – in seiner Hütte, hoch über Kapstadt oder kickend am Strand.
«Er begegnet Menschen, die zu den Hoffnungslosen und Verstoßenen zählen, die nicht dabei sein werden, wenn die Zuschauer auf hoch gesicherten Wegen zu den Spielen in die Stadien geschleust werden», heißt es auf Klausmanns Homepage. «Man hat neun neue Stadien, aber die Shaks (Wellblechhütten) stehen unter Wasser», berichtet Whitney Johnson. Der deutschen Mission um Hitzlsperger ist es immerhin im letzten Moment gelungen, dass «Ubuntu Africa» ein langersehntes neues Grundstück bekommt, um noch mehr kranke Kinder betreuen zu können. Denn eins wollte Klausmann in ihrem Film nicht sehen: Bilder, auf denen der Star aus Deutschland einfach einen Scheck überreicht.
Was bei den Dreharbeiten vor einem Jahr noch nicht klar war: Thomas Hitzlsperger hat den Sprung auf den deutschen WM-Zug in letzter Minute verpasst. Der gebürtige Münchner ist nicht dabei, wenn am Kap in diesen Tagen eventuell ein neues deutsches Sommermärchen entsteht. «Ich glaube aber, wir haben mit dem Film auch etwas Großes geschaffen», sagt der 28-Jährige.

Trotz der deutschen WM-Niederlage haben tausende Musikfans am Freitag gut gelaunt auf dem Hurricane Festival in Niedersachsen und dem Southside Festival in Baden-Württemberg gefeiert. Sie gehören beide zu den größten Open-Air-Veranstaltungen dieser Art.
Schon Stunden vor Beginn war im norddeutschen Scheeßel ein Großteil der 70 000 erwarteten Besucher für das Hurricane Festival angereist. Vor einer großen Leinwand feuerten sie auf dem Campingplatz die deutsche Nationalelf an. Anschließend rannten viele über das weitläufige Festivalgelände, um rechtzeitig zum Start des Musikprogramms am Nachmittag zu kommen. Den musikalischen Auftakt machte die schottische Band Biffy Clyro, die mit lauten Gitarrenriffs dem Publikum einheizte.
Später sollten Größen wie Beatsteaks, Mando Diao, Jennifer Rostock und Madsen auf der Bühne stehen. Bis Sonntagabend werden knapp 80 Bands aus der Rock-, Pop- und Elektro-Szene auf Norddeutschlands größtem Musikfestival auftreten, darunter Massive Attack, The Prodigy, The Strokes und Billy Talent. Für etwa 120 Besucher gab es zu Beginn jedoch eine böse Überraschung. Sie hatten gefälschte Tickets über das Internet gekauft, mit denen sie nicht reinkamen. Während der drei Tage werden fast 400 Polizisten auf Mountainbikes, Pferden, im Hubschrauber und zu Fuß für Ordnung sorgen.
Beim Southside Festival in Neuhausen ob Eck strömten die meisten der rund 50 000 Rock-Fans bereits am Freitagnachmittag völlig verdreckt von den schlammigen Campingplätzen auf das Festivalgelände. Zwar kam pünktlich zum ersten Konzert die Sonne zwischen den Wolken hervor, doch die ganze Nacht hatte es durchgeregnet.
Trotzdem gut gelaunt fieberten die Musik-Begeisterten am Abend den Auftritten der Strokes und der britischen Trip-Hop-Gruppe Massive Attack entgegen. Bis Sonntagnacht werden rund 70 Bands und Künstler auf vier Bühnen zu sehen sein – darunter die Berliner Beatsteaks, der entspannte Singer-Songwriter Jack Johnson aus Hawaii und The Prodigy. Die Briten gelten als die Urväter des Elektro-Punk.
Die Fußball-Euphorie rund um die Weltmeisterschaft in Südafrika ist auf dem Festival allgegenwärtig. Überall sind die lauten Vuvuzela-Tröten zu hören, tausende verfolgten die Partie Deutschland gegen Serbien auf einer Großbildleinwand. Bereits am Donnerstag waren mehrere tausend Musikfans bei Dauerregen angereist und hatten ihre Zelte aufgebaut. Der Bahnhof im nahe gelegenen Tuttlingen glich einem Ferien-Camp. Zahlreiche Besucher verbrachten die Nacht in ihren Schlafsäcken in der Wartehalle und kochten Dosen-Ravioli auf ihren Gaskochern.
Bei der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika haben sich die Mannschaften der Niederlande und von Japan mit 1:0 getrennt. Die Niederländer zeigten eine insgesamt schwache Vorstellung, konnten sich aber doch mit minimalem Aufwand gegen die Japaner durchsetzen. Damit bleiben die Niederländer auf Platz 1 in der Gruppe E und sichern sich den Einzug in das Achtelfinale. Japan bleibt vorerst auf Platz 2.
Team-Manager Oliver Bierhoff hat sich nach dem 1:1 zwischen Ghana und Australien zuversichtlich gezeigt. “Ghana ist eine physisch starke Mannschaft. Dass Spiel gegen Australien hat aber auch gezeigt, dass sie verwundbar ist”, sagte Bierhoff am Samstagabend. Er habe sich das Spiel gemeinsam mit vielen Spielern in der Lobby des Velmore-Hotels angesehen. Alle Rechenspiele interessierten ihn nicht. “Wir können uns nicht darauf verlassen, dass theoretisch auch ein Unentschieden reichen könnte”, sagt Bierhoff. mehr »

Bei der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika hat Dänemark die Mannschaft von Kamerun mit 2:1 geschlagen. Damit ist Kamerun die erste Mannschaft, die keine Chance mehr auf das Achtelfinale hat, selbst wenn das Team in seinem dritten Gruppenspiel am Donnerstag gegen die Niederlande gewinnen sollte. Zunächst war Kamerun nach einem leichtsinnigen Fehler von Dänemarks Verteidigung mit 1:0 in Führung gegangen. In der 33. und in der 61. Minute konnte Dänemark dann mit schön herausgearbeiteten Treffern das Spiel drehen. mehr »
Bei der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika haben sich England und Algerien am Abend mit 0:0 getrennt. Insgesamt war es eine durchweg müde und langweilige Partie. Den als Favoriten in die Partie gegangenen Engländern fehlte es offensichtlich an Ideen, die Stars von der Insel waren kaum in Aktion zu erleben. Mit dem Unentschieden steht Algerien zwar auf dem letzten Platz der Tabelle in der mehr »
Neuhausen ob Eck (dpa) Mit einem Konzert der britischen Sängerin Martina Topley-Bird hat am Freitag das dreitägige Southside Festival in Neuhausen ob Eck begonnen.
Die meisten der rund 50 000 Rock-Fans strömten am Nachmittag bereits völlig verdreckt von den schlammigen Campingplätzen auf das Festivalgelände. Zwar kam pünktlich zum ersten Konzert die Sonne zwischen den Wolken hervor, doch die ganze Nacht hatte es durchgeregnet.
Trotzdem gut gelaunt fieberten die Musik-Begeisterten am Abend den Auftritten der Strokes und der britischen Trip-Hop-Band Massive Attack entgegen. Bis Sonntagnacht werden rund 70 Bands und Künstler auf vier Bühnen zu sehen sein – darunter die Berliner Beatsteaks, der entspannte Singer-Songwriter Jack Johnson aus den USA und The Prodigy. Die Briten gelten als die Urväter des Elektro-Punk.
Die Fußball-Euphorie rund um die Weltmeisterschaft in Südafrika ist auf dem Festival allgegenwärtig. Überall sind die lauten Vuvuzela-Tröten zu hören, tausende verfolgten die Partie Deutschland gegen Serbien auf einer Großbildleinwand.
Bereits am Donnerstag waren mehrere tausend Musikfans bei Dauerregen angereist und hatten ihre Zelte aufgebaut. Der Bahnhof im nahe gelegenen Tuttlingen glich einem Ferien-Camp. Zahlreiche Besucher verbrachten die Nacht in ihren Schlafsäcken in der Wartehalle und kochten Dosen-Ravioli auf ihren Gaskochern. Zusammen mit dem Schwester-Festival Hurricane im norddeutschen Scheeßel zählt das Southside zu den größten deutschen Open-Air-Festivals. Zum elften Mal findet es in Neuhausen ob Eck auf dem Gelände eines ehemaligen Militärflughafens statt.
Bei der Fußball-WM in Südafrika haben sich die Mannschaften von Slowenien und der USA mit einem 2:2-Unentschieden getrennt. In der 13. Minute kam der Slowene Birsa aus 18 Metern frei zum Schuss und brachte seine Mannschaft in Führung. Zlatan Ljubijankic baut in der 42. Minute die Führung für Slowenien auf 2:0 aus. In der zweiten Hälfte konnten die Amerikaner aber aufholen. In der 48. Minute gelang Landon Donovan der Anschlusstreffer zum 1:2. mehr »
DFB-Chef Theo Zwanziger glaubt trotz der 0:1-Niederlage gegen Serbien fest an eine Präsenz der deutschen Mannschaft im Achtelfinale. “Nach so einem Spiel ist man niedergeschlagen. Die Partie ist nicht so gelaufen, wie wir uns das erhofft haben. Deutschland wird sich gegen Ghana für das Achtelfinale qualifizieren. Das ist meine ganz feste Überzeugung”, sagte Zwanziger am Freitagnachmittag.
Die Stars der deutschen Mannschaft zeigten sich unterdessen enttäuscht. “Es war ein blödes Gegentor, vorher ein ganz bitterer Platzverweis”, sagte Philipp Lahm nach dem Spiel. Lukas Podolski ärgerte sich am meisten über seinen verschossenen Elfmeter. “Der Torwart hat die Ecke geahnt. Das ist ganz, ganz bitter. Mit einem Punkt hätten wir einen wichtigen Schritt in Richtung Achtelfinale gemacht, aber man kann ein verlorenes Spiel nicht auf den Schiedsrichter schieben”, sagte der Kölner.

Fußballbegeisterte Musikfans haben an diesem Wochenende ein Problem. Im Fernsehen locken die Vorrundenspiele der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika. Gleichzeitig stehen beim «Hurricane»-Festival im niedersächsischen Scheeßel Rock-Größen wie The Strokes, Beatsteaks, Mando Diao und Billy Talent auf der Bühne.
Doch zum Glück haben die Veranstalter mitgedacht: Auf dem Gelände im Kreis Rotenburg lädt eine Leinwand zum Public Viewing. «Wer alle Spiele sehen will, kann auf dem Campingplatz verweilen und dort gucken. Man muss nichts verpassen», sagte Alexandra Mierau vom Organisationsteam. Vor allem zum Festival-Beginn am Freitag werden sich die Zuschauer vor der Leinwand drängen. Gegen Mittag spielt nämlich die deutsche Nationalmannschaft gegen Serbien.
Anschließend brauchen die Fans zum Feiern nur wenige Meter weiterziehen. Auf dem Festivalgelände startet mit der schottischen Band Biffy Clyro das Musikprogramm. Höhepunkte werden am Abend die Auftritte der Berliner Beatsteaks und der schwedischen Rocker von Mando Diao sein.
Auch am Samstag und am Sonntag stehen zahlreiche Veteranen des Musikgeschäfts wie Billy Talent, Stone Temple Pilots, Massive Attack, Jack Johnson, Faithless, The Strokes und The Prodigy auf den Bühnen. Aber auch viele New-Comer wie die Britin La Roux, das New Yorker Afrobeat-Quartett Vampire Weekend, das Künstler-Kollektiv Bonaparte und die vier Norwegerinnen von Katzenjammer sind dabei.
Knapp 80 Bands werden an den drei Tagen auftreten. Für die etwa 70 000 Besucher heißt das: volles Programm. Denn zu seinem 14. Geburtstag ist das Festival noch einmal gewachsen. In diesem Jahr wird es erstmals eine zusätzliche Bühne für Electro geben. «Wir haben festgestellt, dass Rock und Electro sehr kompatibel sind», erläuterte Mierau. Nachmittags werden dort außerdem Artisten, Zauberer und andere Varieté-Künstler für Unterhaltung sorgen.

Sky will die WM leiser machen: Die Zuschauer des Bezahlsenders können die Spiele der Fußball wahlweise «mit deutlich reduzierter Vuvuzela-Lautstärke» verfolgen.
Dazu bietet der Sender nach eigenen Angaben zwei Tonoptionen, die der Zuschauer an seinem Digital-TV-Empfänger aussuchen muss: eine mit reduziertem Vuvuzela-Sound und eine mit Originalton. Den Vuvuzela-Ton sollen Spezial-Filter reduzieren. Das leisere Fußballerlebnis beginnt mit dem Spiel Südafrika gegen Uruguay am Mittwoch (16. Juni).

Der spanische Sänger Enrique Iglesias («Hero») ist nach der Niederlage seiner Nationalmannschaft bei der Fußball-WM gegen die Schweiz am Boden zerstört gewesen.
«Darüber mag ich jetzt eigentlich gar nicht reden, das war absolut nervenzerfetzend, so verdammt frustrierend», seufzte der 35-Jährige im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa in London. «Im Fußball kann alles passieren. Was am Ende des Tages zählt, ist das Spielergebnis. Es geht nicht darum, wie man gewinnt, sondern wer.»
Iglesias’ Hit «Can You Hear Me» war der offizielle Song für die Fußball-Europameisterschaft 2008. Er stellte in London seine neue Platte «Euphoria» vor, die im August in Deutschland erscheint.
Die Ursache für die 0:1-Schmach ist nach Ansicht des Sängers die Aufstellung von Trainer Vicente del Bosque gewesen. «Fernando Torres im Sturm hätte von Beginn an spielen müssen. Das war ein klarer Fehler. Die Schweizer sind wie die Deutschen. Sie spielen sehr gut defensiv und sie stehen hinten sehr gut. Das sind große Spieler mit viel Disziplin. Technisch ist Spanien die bessere Mannschaft gewesen, das war doch ganz klar zu sehen.»
Die Schweizer hätten einfach Glück gehabt, sagte der Musiker. Die Spanier seien zudem als aktueller Fußball-Europameister mit sehr hohen Erwartungen in das Spiel gegangen. Iglesias habe bisher kaum ein Spiel bei der Fußball-WM in Südafrika verpasst.
Mit Galgenhumor blickt der Spanier auf das nächste Spiel seiner Mannschaft am kommenden Montag. «10 zu 0 für Honduras», scherzte der Sänger. «Im Ernst: Jetzt geht es um Alles oder Nichts.» Der Titel werde wohl aber an andere Mannschaften gehen. «Argentinien oder die Italiener. Sie starten langsam, aber egal wie dreckig sie spielen, man muss mit ihnen rechnen.»