
Mit einer Forschungsfahrt rund um Island und Grönland wollen Hamburger Wissenschaftler dabei helfen, das Klima in Nordeuropa besser vorherzusagen.
Das Schiff «Meteor» soll am 3. Juli in Cuxhaven zu der Expedition auslaufen, wie Fahrtleiter Prof. Detlef Quadfasel vom Hamburger Institut für Meereskunde am Freitag ankündigte. Die Wissenschaftler wollen unter anderem die Zirkulation des Tiefenwassers und ihre Auswirkung auf das Klima untersuchen.
Im Nordatlantik wollen die Wissenschaftler die Zirkulation des Tiefenwassers untersuchen – das ist die wenige Grad Celsius kalte, sauerstoffreiche Wasserschicht unterhalb von 2000 Metern Tiefe. «Das nach Süden strömende Tiefenwasser wird durch einen oberflächlichen Nordstrom warmen Wassers ersetzt, das im Nordmeer die Atmosphäre heizt und für das milde europäische Klima sorgt», erklärte Quadfasel – die «Warmwasserheizung von Europa» also.
Bei den bisherigen Beobachtungen sei die Zirkulation in den vergangenen 15 Jahren erstaunlich stabil gewesen, berichtete Quadfasel. «Diese Warmwasserheizung ist in Gang geblieben.» Durch die globale Erwärmung könne sich der Zustand aber ändern. Mit den Langzeitmessungen – unter anderem von Wassertemperatur, Salzgehalt und Strömung – sollen Klimamodelle verbessert werden.