«Euryanthe»-Premiere in Karlsruhe gelungen

Karlsruhe (dpa) ­ Musikalisch ein Geniestreich, dramatisch leider eine Niete ­ so firmiert Carl Maria von Webers (1786 ­ 1826) vorletzte Oper «Euryanthe» im Bewusstsein der Musikfreunde. Die fetzige Ouvertüre ist in den Konzertsälen ein Renner.Die Opernhäuser drücken sich aber nach wie vor gerne vor einer szenischen Aufführung. Das Badische Staatstheater hat es nach Jahrzehnten wieder einmal gewagt ­ und gewonnen! Roland Aeschlimanns streng stilisierte Inszenierung ließ die Schwächen des Textbuches vergessen. Das musikalische Niveau war beeindruckend. Und so feierte das begeisterte Premierenpublikum am Samstagabend eine denkwürdige Aufführung.Die Handlung des dreistündigen Werkes ist eigentlich schlicht: Graf Adolar liebt Euryanthe, lässt sich vom finsteren Graf Lysiart zu. Read More..

Stockhausens «Klang» bei MusikTriennale

Rund 100 Konzerte zeitgenössischer Musik haben 50 000 Besucher der MusikTriennale in Köln begeistert. Als Höhepunkt des einwöchigen Festivals, das am Sonntag endete, galt die Uraufführung des Zyklus «Klang» des Kölner Komponisten Karlheinz Stockhausen. Das Werk schuf er bis kurz vor seinem Tod im Jahr 2007. Etwa 200 Interpreten, Solisten wie auch Ensembles führten an zahlreichen Spielstätten im Kölner Stadtgebiet zeitgenössische Stücke auf. Allein zum Kindertag in der Philharmonie mit Konzerten und Workshops kamen 13 000 Gäste. In Zukunft will sich das Festival nicht mehr nur alle drei Jahre, sondern jedes Jahr präsentieren.

Zeitreise zu den Walfängern

Im alten Strandkorbschuppen auf der Nordseeinsel Spiekeroog geht es auf Zeitreise. Es ist das Jahr 1770, voller Begeisterung erzählen die jungen Männer Gerd (Nikolas Knauf) und Eim (Patrick Hellenbrand) ihren Bräuten von ihren Plänen, zum Walfang nach Grönland auszufahren. «Man de Grönlandfohrten sünt doch so gefährlik!», ruft Antje (Vivi Sørensen) entsetzt. Sie wird Recht behalten. Es dauert Jahre, bis die Frauen ihre Liebsten wieder in die Arme schließen können.Bei der Uraufführung von «Die verlorenen Söhne» hat die freie Schauspielgruppe «Das letzte Kleinod» am Samstagabend den alten Schuppen am Strand in eine Theaterbühne verwandelt. Das Publikum belohnte die große Intensität des Spiels mit viel Beifall und Fußtrampeln.Das neue Werk des Autors und Regisseurs Jens-Erwin. Read More..

Intendant Freytag beklagt Demontage der Theater

Große finanzielle Probleme gibt es für Holk Freytag als Intendant der Bad Hersfelder Festspiele eigentlich nicht. Doch was er in der deutschen Kulturlandschaft ringsherum beobachtet, klingt besorgniserregend. Den Probenauftakt zur 60. Jubiläumssaison des namhaften Theaterfestivals vom 12. Juni bis 8. August nutzte Freytag am Montag nicht nur für eine Vorstellung des großen Ensembles, sondern auch für eine Generalkritik. Der Kultur-Bereich dürfte angesichts finanzieller Einschnitte nicht kaputt gespart werden, sagte Freytag, der seit 2001 auch Vorsitzender der Intendantengruppe des Deutschen Bühnenvereins ist.«Die Demontage unserer Theater verletzt den Generationen-Vertrag und zerstört weit mehr als sie den öffentlichen Kassen nützt», beklagte Freytag. «Wir haben in den letzten. Read More..

Der letzte Band von Zadeks Erinnerungen

Dreibändige Memoiren kennt man in Deutschland eigentlich nur von Kanzlern oder ähnlichen Größen der Geschichte. Aber auch Peter Zadek machte es nicht darunter. Und hat Recht damit, denn er zählt ohne Zweifel zu den bedeutendsten Theatermachern des 20. Jahrhunderts und hat entsprechend viel zu erzählen. So auch im jetzt erschienenen letzten Teil seiner dreibändigen Memoiren «Die Wanderjahre 1980-2009» (Kiepenheuer & Witsch) nach «My Way 2004» und «Die heißen Jahre 1970-1980» aus dem Jahr 2006.Zuletzt schildert der im Sommer 2009 im Alter von 83 Jahren gestorbene Zadek seine späten beruflichen Triumphe und Niederlagen und auch persönliche Krisen vor allem in Hamburg und Berlin verbunden mit allgemeinen kritischen Betrachtungen der Theaterszene dieser Jahre - oft voller Resignation.. Read More..