Prominente ehren Verleger Wagenbach

Wenn der «meistvorbestrafte deutsche Verleger», wie sich Klaus Wagenbach gerne selbst nennt, 80 Jahre alt wird, dann kommen sie alle. Am Sonntag versammelten sich im Berliner Ensemble am Bertolt-Brecht-Platz noch einmal zahlreiche prominente Freunde und Weggefährten zur (etwas verfrühten) Gratulation. Der Jubilar selbst feiert erst am 11. Juli seinen runden Geburtstag.Gekommen waren nicht nur Literaturnobelpreisträger Günter Grass (mittlerweile selbst über 80) und Verleger wie Michael Krüger, Inge Feltrinelli oder Christoph Links, sondern auch Schauspieler wie Otto Sander, Sophie Rois und Hanns Zischler, Grips-Theaterleiter Volker Ludwig und Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse. Und natürlich Otto Schily, früher Innenminister (SPD), vor allem aber im Leben Wagenbachs als Rechtsbeistand. Read More..

Maler Sigmar Polke gestorben

In Deutschlands Kunstszene gehörte Sigmar Polke seit jeher zu den «Geheimnisvollen»: Kaum jemand kannte den stillen Star, dessen Werk nahe der Pop-Art voller ästhetischer und technischer Kapriolen ist. Selbst für prominente Museums-Chefs und Kuratoren war der 1941 in Niederschlesien geborene Wahlkölner nur schwer erreichbar, Porträtfotos existieren kaum. Am Freitag starb Sigmar Polke, der mit seinem Lehrer Beuys, mit Richter, Baselitz und Immendorff, die Kunstlandschaft der jüngeren Zeit geprägt hat. Er wurde 69 Jahre alt. Trotz dieser großen Namen «war Polke vielleicht die wichtigste Figur der deutschen Nachkriegskunst», sagte Kasper König, Direktor des Kölner Museums Ludwig, am Freitag.Vor vier Jahrzehnten kreierte Polke gemeinsam mit seinen Künstlerkollegen Konrad Fischer. Read More..

Reich-Ranicki mit Ludwig-Börne-Ehrenmedaille ausgezeichnet

Frankfurt/Main (ddp). Kritiker Marcel Reich-Ranicki ist am Sonntag in der Paulskirche mit der Ehrenmedaille für Literatur der Frankfurter Ludwig-Börne-Stiftung geehrt worden. Mit dieser erstmals vergebenen Auszeichnung ehre die Stiftung das Lebenswerk des Literaturkritikers, hieß es zur Begründung. «Ich habe getan, was mir im Leben Spaß macht», sagte Reich-Ranicki in seiner Dankesrede. Das sei auch der Grund, warum er sich sein Leben lang mit Literatur beschäftigt habe. Die Verleihung erfolgte vier Tage nach dem 90. Geburtstag des Preisträgers, der in Begleitung seiner Ehefrau Teofila die Medaille sowie die Auszeichnungsurkunde entgegennahm. Thomas Gottschalk, einer der Laudatoren, bezeichnete den Literaturkritiker als «begnadeten Entertainer».. Read More..

Die «Bettelprophetin» kämpft sich durchs 19. Jahrhundert

Man schreibt das Revolutionsjahr 1848: Im schwäbischen Oberland, in der Gegend von Ravensburg, schart Therese Ludwig, die uneheliche Tochter einer Landstreicherin, die Massen um sich. Astrid Fritz schildert in ihrem historischen Roman «Die Bettelprophetin» das Geschehen in einer katholisch geprägten, ländlichen Gegend zu Beginn der Industrialisierung. Therese Ludwig, psychisch und körperlich schwer erkrankt, wird vom Pfarrer durch einen Exorzismus geheilt. Die Genesene zieht durch Erscheinungen und Offenbarungen der Mutter Gottes die Menschen in ihren Bann, die sie bald als Prophetin verehren. Astrid Fritz widmet sich in ihren Romanen Charakteren, die ihr Schicksal nicht einfach so hinnehmen wollen. Sie schildert leicht nachvollziehbar und teils recht spannend die Zeit, als das katholische. Read More..

«Euryanthe»-Premiere in Karlsruhe gelungen

Karlsruhe (dpa) ­ Musikalisch ein Geniestreich, dramatisch leider eine Niete ­ so firmiert Carl Maria von Webers (1786 ­ 1826) vorletzte Oper «Euryanthe» im Bewusstsein der Musikfreunde. Die fetzige Ouvertüre ist in den Konzertsälen ein Renner.Die Opernhäuser drücken sich aber nach wie vor gerne vor einer szenischen Aufführung. Das Badische Staatstheater hat es nach Jahrzehnten wieder einmal gewagt ­ und gewonnen! Roland Aeschlimanns streng stilisierte Inszenierung ließ die Schwächen des Textbuches vergessen. Das musikalische Niveau war beeindruckend. Und so feierte das begeisterte Premierenpublikum am Samstagabend eine denkwürdige Aufführung.Die Handlung des dreistündigen Werkes ist eigentlich schlicht: Graf Adolar liebt Euryanthe, lässt sich vom finsteren Graf Lysiart zu. Read More..

Taub, aber nicht verzweifelt: «Not quite like Beethoven»

Als Ludwig van Beethoven im Alter von nicht einmal 30 Jahren taub wurde, verzweifelte er beinahe daran. Ihm war der Lebenssinn abhanden gekommen. Dieses Schicksal mag Alexander Görsdorf nicht teilen. Nach und nach in die Schwerhörigkeit geraten, macht er seit April 2009 in seinem Blog notquitelikebeethoven.com seine Situation öffentlich, kommentiert sie aus verschiedenen Perspektiven.Humorvoll, spannend und leicht verständlich beschreibt Görsdorf seinen Umgang mit der Behinderung, gibt gleichzeitig Anregungen und Informationen für Betroffene und deren Angehörige. In seinem «Blog über Unhörbares, Unerhörtes und Nicht-Gehörtes» nutzt er die Möglichkeiten moderner Kommunikationstechnologie und macht mit vielen Links, Fotos und Video-Fundstücken auf sein zentrales Lebensthema aufmerksam.. Read More..

Georg Baselitz im Dresdner Albertinum

Nach Gerhard Richter gestaltet derzeit auch Georg Baselitz einen Saal im künftigen «Haus der Moderne» der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. «Dresden ist ein schwieriger Ort für mich», sagte der 72-Jährige in der Elbestadt. Die elf Gemälde und eine bemalte Holzskulptur aus der Serie «Dresdner Frauen» werden nach Vorgaben des Künstlers in einem Raum zwischen dem A.R. Penck- und den beiden Richter-Sälen arrangiert. Neben Leihgaben des Künstlers und aus Privatbesitz befinden sich mit «The Bridge Ghost's Supper» (2006) sowie «Frauenkopf und Tannen» (1985) auch zwei Bilder aus dem Bestand der Kunstsammlungen darunter.Er habe in Dresden ganz schwere, tiefe, aber auch tolle Erlebnisse gehabt. Die ausgewählten Arbeiten hätten mit dieser Vergangenheit zu tun. «Ich habe das eben. Read More..

TV-Comeback für Ludwig Ganghofer

Ludwig Ganghofer ist wieder da. Der fleißige Schreiber gehobener Heimatliteratur in Zeiten der Wende vom 19. auf das 20. Jahrhundert füllte noch in den fünfziger Jahren Kinos wie Leihbibliotheken. Dann schien er vergessen. Jetzt könnte jedoch eine kleine Ganghofer-Rückkehr ins Haus stehen: Die ARD zeigt an diesem Freitag (20.15 Uhr) unter dem Titel «Schatten der Erinnerung» eine Neuverfilmung seines Romans «Der laufende Berg», der schon einmal, 1941, eine Filmvorlage abgab.Hans Deppe, später Vater des deutschen Heimatfilms, führte Regie, mit damaligen Stars wie Beppo Brehm und Maria Andergast in den Hauptrollen. Diesmal spielen in Hartmut Griesmayrs Inszenierung Michael Mendl und Julia Stemberger. Mendl ist nun der verbitterte Alte vom Berg, der seiner Tochter ihre angebliche Schuld. Read More..

«Amerikafahrt»: Koeppentage in Greifswald

Wolfgang Koeppens Reisetagebuch «Amerikafahrt» (1959) und sein Amerikabild stehen im Mittelpunkt der diesjährigen Koeppen-Literaturtage in Greifswald. Das Wolfgang-Koeppen-Archiv zeigt in dessen Geburtshaus vom 18. Juni an eine Ausstellung, die Koeppens Amerikafahrt anhand ausgewählter Exponate aus dem Nachlass nachvollzieht, wie das Literaturzentrum Vorpommern mitteilte. Der 1906 in Greifswald geborene Autor bereiste von April bis Juni 1958 im Auftrag des Süddeutschen Rundfunks die USA. Diese Reise sei zur Grundlage für den Radioessay «Die Früchte Europas. Amerika westwärts - Amerika ostwärts» und für Koeppens 1959 veröffentlichtes Buch «Amerikafahrt» geworden.Die Ausstellung zeigt nach Angaben des Literaturzentrums Postkarten und Briefe, Reisedokumente und Manuskripte sowie. Read More..

Chinesische Brautpaare küssen in Füssen

Küssen in Füssen: Vor der romantischen Kulisse von Schloss Neuschwanstein ist am Mittwoch für 31 Brautpaare aus der Volksrepublik China ein Traum in Erfüllung gegangen. Sie nahmen an einer Hochzeitszeremonie im Füssener Barockkloster St. Mang teil, die von einem örtlichen Unternehmen veranstaltet wurde. Dabei wiederholten die chinesischen Paare, die in ihrer Heimat bereits standesamtlich getraut worden waren, ihr Eheversprechen.Die Bräute festlich in weiß, die Bräutigame in schwarz erlebten die Chinesen ein romantisches Spektakel: Alphornbläser in Tracht und ein König-Ludwig-Darsteller traten auf. Weiße Hochzeitstauben flatterten in die Luft. Dazu gab es einen Hochzeitskuss in einer Pferdekutsche.«In China ist Heiraten eher ein nüchterner Verwaltungsakt. Die Menschen genießen. Read More..