Pollesch verspricht Hawaii und schenkt Wodka aus

Mülheim an der Ruhr ist für René Pollesch immer ein Heimspiel: Hier hat er mehrfach den Publikumspreis der Stücketage eingeheimst und sich einen treuen, belastbaren Fankreis erobert. Dass der Applaus für die Uraufführung des dritten und letzten Teils seiner Ruhrtrilogie «Der perfekte Tag» zwar herzlich, aber ziemlich kurz ausfiel, war dem eisigen Wind geschuldet. Denn der Spielort liegt wiederum unter freiem Himmel: Eine öde Industriebrache im unwegsamen Niemandsland. Bert Neumann hat, ähnlich wie im vergangenen Jahr bei «Cinecittà aperta», auf dem zugigen Gelände ein paar Wohnwagen verteilt, in der Mitte stehen die üblichen weißen, wackeligen Plastikstühle für das Publikum. Alles sieht in guter alter Volksbühnen-Tradition nicht nur reichlich unfertig aus; die Vorstellung. Read More..

«Extraschicht»: Kulturhauptstadt feiert ihr Sommerfest

Ein Kletterparcour im Stahlwerk, elektronische Musik im Gastank und eine extravagante Modenschau auf einem Zechengelände: Am 19. Juni feiert sich das Ruhrgebiet wieder selbst. Die «ExtraSchicht - Nacht der Industriekultur» geht in ihre zehnte Auflage, doch in diesem Jahr ist das Kulturfestival gleichzeitig das Sommerfest der Kulturhauptstadt Ruhr.2010.Von 18 Uhr bis 2 Uhr morgens sind 200 Veranstaltungen an 50 Spielorten geplant. Mit 200 000 Besuchern soll es die bislang größte «Extraschicht» werden. Das erwartet der Veranstalter, die Ruhr Tourismus GmbH (RTG). Industriedenkmäler und Wahrzeichen des Ruhrgebiets verwandeln sich für eine Nacht in Bühnen für Theater, Musik, Artistik, Tanz und Lichtinszenierungen.Im Mittelpunkt des Programms stehen in diesem Jahr Projekte der Kulturhauptstadt. Read More..

TV: Fritz Pleitgen als «Sprachpanscher» nominiert

Ruhr.2010-Chef Fritz Pleitgen hat sich den Zorn der selbsternannten Sprachschützer des «Vereins Deutsche Sprache» zugezogen. Weil die Kulturhauptstadt Ausdrücke wie «local heroes» oder «mapping the region» verwendet, wurde Pleitgen nun als einer von fünf Kandidaten für den Antipreis «Sprachpanscher des Jahres» nominiert. Auf der Internetseite der Kulturhauptstadt wimmele es von «Imponierdenglisch», berichtete der Verein Deutsche Sprache am Sonntag in Dortmund. Auch wundere man sich, warum es zusätzlich noch eine englische Seite gebe.Auch die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten in Berlin gehört zu den Nominierten. Sie habe Preußenkönigin Luise auf Werbeplakaten für eine Ausstellung «It-Girl», «Fashion Victim» und «Working Mum» genannt, bemängelte der Verein.. Read More..

Ballons über Revier-Schächten

Mit 311 gelben Gasballons über früheren Bergwerksschächten hat die Kulturhauptstadt am Wochenende den Strukturwandel im Ruhrgebiet ins Bild gesetzt. Nach Angaben der Veranstalter war es «die größte Kunstinstallation der Welt». Ein solcher Superlativ weckt natürlich hochgespannte Erwartungen - die am Pfingstwochenende nicht immer erfüllt wurden. «Wo sind denn die Ballons?», fragte am Montag zum Beispiel ein Kind auf dem Tetraeder in Bottrop, einer Pyramide mit Aussichtsplattform. Von dort waren mit Mühe gerade einmal zwei Ballons zu erkennen.Ruhr.2010-Geschäftsführer Oliver Scheytt zeigte sich jedoch zufrieden. «Das ist genau das Bild des Wandels, das wir wollten», sagte er bei der Eröffnung am Samstag auf der Halde «Rheinelbe» in Gelsenkirchen.Neun Tage lang sollen die 3,70. Read More..

311 Gasballons über alten Revierzechen gestartet

In über 311 früheren Bergwerksschächten im Ruhrgebiet hat die Kulturhauptstadt eins ihrer spektakulärsten Projekte gestartet. Mehr als 2000 Helfer ließen 3,70 Meter große Gasballons bis zu 80 Meter hoch in den sonnigen, aber leicht bedeckten Himmel steigen. Sie sollen das einst dichte Zechennetz im Revier ins Bild setzen und zugleich für den Strukturwandel stehen.An den Ballonstandorten gab es Musik, Lesungen und Ausstellungen. Tausende Ruhrgebietler nutzten alte Kohlehalden oder Aussichtspunkte wie den Oberhausener Gasometer, um die gelben Ballons am Himmel besser sehen zu können. «Ich bin sehr glücklich. Das ist genau das Bild des Wandels, das wir wollten», sagte Ruhr.2010-Geschäftsführer Oliver Scheytt.

Generalprobe für A 40-Sperrung geglückt

Das Szenario sah mehr nach Katastrophe als nach Kultur aus: Die Autobahn gesperrt, überall Helfer mit Warnwesten und mitten in der stockdunklen Nacht die THW-Laster mit ihren grellen Scheinwerfern. Auf einem wenig befahrenen Autobahnstück zwischen Neuss und Grevenbroich hat die Kulturhauptstadt Ruhr 2010 am Wochenende für ihr wohl spektakulärstes Projekt geprobt: die Sperrung der «Ruhrgebiets-Schlagader» A 40 auf 60 Kilometern zwischen Dortmund und Duisburg am 18. Juli.Es war ein erfolgreicher Probelauf: Nach rund zweieinhalb Stunden standen die 400 Tische, 800 Bänke, Toiletten, Absperrungen und Schilder auf dem Probekilometer der Autobahn. Einziger Verletzter: ein Küchenhelfer des technischen Hilfswerks, der sich beim Catering in den Finger schnitt. In zwei Monaten müssen in derselben. Read More..

Spektakulärstes Projekt der Kulturhauptstadt: Generalprobe für A 40-Sperrung bei Grevenbroichgeglückt

Die Generalprobe für das spektakulärste Projekt der Kulturhauptstadt im Ruhrgebiet ist geglückt: In der Nacht vom Samstag auf Sonntag probten mehr als 150 Helfer auf einem gesperrten Autobahnstück bei Grevenbroich erfolgreich den Aufbau von 400 Tischen verteilt über einen Kilometer. Am 18. Juli soll die Hauptschlagader des Ruhrgebiets, die A 40, auf 60 Kilometern zwischen Duisburg und Dortmund gesperrt werden. An über 20 000 Tischen will Ruhr.2010 dann ein «Fest der Alltagskultur» mit Darbietungen vom Gesangsverein bis zur öffentlichen Goldhochzeit präsentieren. Rund eine Million Besucher werden erwartet. Die letzten 5000 Tischtickets sind von diesem Montag an im Internet und im Vorverkauf erhältlich. www.ruhr.2010.de/still-leben

Ruhr.2010 exportiert «Cinecittá Aperta»

Von der Ruhr an den Bosporus - der Ausflug ist gelungen: Mit rhythmischem Klatschen und einhelliger Begeisterung hat das Istanbuler Publikum auf die Premiere von René Polleschs «Cinecittá Aperta» reagiert.Das Theaterensemble gastiert dort im Austausch der beiden europäischen Kulturhauptstädte Ruhr.2010 und Istanbul 2010. Es bringt den zweiten Teil der «Ruhrtrilogie» - eine Koproduktion der Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz und des Mülheimer Ringlokschuppens - zum 17. Internationalen Istanbuler Theater Festivals. Mit großer Spannung hatte man sich gefragt, ob das so typisch deutsche Text- und Diskurstheater von René Pollesch überhaupt zum Export taugen würde. Zumal die Sprachbarriere ein unüberwindliches Hindernis hätte sein können.Tatsächlich waren weder Skepsis. Read More..