Schlingensief beim Hamburger Theaterfestival

Überregional viel diskutierte Produktionen aus dem deutschsprachigen Theater sind beim Hamburger Theaterfestival vom 26. September bis 31. Oktober zu Gast. «Im zweiten Festival-Jahr erlebt das Publikum Theaterproduktionen vom Burgtheater Wien, dem Deutschen Theater Berlin, den Münchner Kammerspielen, dem Schauspielhaus Zürich und dem Berliner Ensemble», sagte Intendant Nikolaus Besch in Hamburg. Gezeigt werden Inszenierungen von Andreas Kriegenburg, Martin Kušej, Jürgen Gosch, Barbara Frey, Jan Bosse und Christoph Schlingensief. Auf der Bühne stehen Stars wie Barbara Sukowa, Sunnyi Melles, Ulrich Matthes und Joachim Meyerhoff.Die Münchner Kammerspiele zeigen «Der Prozess» von Franz Kafka (Regie: Andreas Kriegenburg). Vom Burgtheater Wien kommen «Der Weibsteufel» von Karl Schönherr. Read More..

Lösung für Berliner Kudamm-Bühnen in Sicht

Für die traditionsreichen Berliner Kudamm-Bühnen zeichnet sich jetzt doch noch eine einvernehmliche Lösung ab. Stararchitekt David Chipperfield habe mit einem neuen Entwurf Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und die Theaterleitung überzeugt, teilte die Senatskanzlei mit. Ein Ende des lange anhaltenden Streits um die Investorenpläne für die Traditionsbühnen ist damit in Sicht. Das Gelände bekommt dem Plan zufolge eine Fußgängerpassage vom Kudamm aus und einen neuen öffentlichen Platz an der Uhlandstraße. Die zwei Theater werden durch eine neue Bühne ersetzt. Wowereit war gegen den Vorschlag Chipperfields, das Theater in eine Seitenstraße zu verlegen. Nun ist am Kurfürstendamm ein «großzügiger» Eingang mit Panoramaterrasse geplant. Die neue Bühne soll. Read More..

Politiker fordern Heidi-Kabel-Platz

Zur Erinnerung an die Volksschauspielerin Heidi Kabel (1914-2010) haben Politiker einen Heidi-Kabel-Platz in Hamburg gefordert. «Heidi Kabel hat einen festen Platz in den Herzen aller Hamburger. Deswegen ist es nur recht und billig, einen Platz in Hamburg nach ihr zu benennen», sagte der Grünen-Politiker Farid Müller in Hamburg. Als Ort schlage er den bisherigen Hachmannplatz am Hauptbahnhof gegenüber dem neuen Ohnsorg-Theater vor. «Es wäre eine angemessene Würdigung, wenn die Adresse ihres Theaters dann Heidi-Kabel-Platz hieße», meinte Müller. Auch Ohnsorg-Intendant Christian Seeler begrüße die Initiative.

Hochhuth inszeniert Musical mit Heesters

Der Dramatiker Rolf Hochhuth (79) bringt am Berliner Ensemble ein Musical mit Johannes Heesters (106) auf die Bühne. Premiere von «Die Inselkomödie oder Lysistrate und die Nato» ist am 30. Juli. Heesters spielt in Hochhuths erstem Musical einen «Ehrensenior», wie eine Sprecherin der Produktion am Freitag sagte. Die Hauptrolle der Lysistrate übernimmt Moderatorin Caroline Beil. Auch der griechische Gastwirt Kostas Papanastasiou («Lindenstraße») gehört zur Besetzung.2009 gab es einen denkwürdigen Streit zwischen Hochhuth und BE- Intendant Claus Peymann (73), der mit einer Niederlage des Dramatikers vor Gericht endete. Hochhuth («Der Stellvertreter») ist über eine Stiftung Eigentümer des Theaters am Schiffbauerdamm. Er hat das Recht, in der Sommerpause dort zu inszenieren - wenn. Read More..

Paraderolle für Chefzyniker Harald Schmidt

Deutschlands Chefzyniker hat seine Paraderolle gefunden: Entertainer Harald Schmidt spielt am Stuttgarter Theater den kränkelnden Geizhals «Volpone». Es ist eine Rolle, die ihm jede Menge Raum lässt, nach Herzenslust über das deutsche Gesundheitswesen und Rechtssystem herzuziehen.Dieser Volpone ist ein stinkreicher, aber von seinem Beruf gelangweilter Mann, der sich zu seiner Unterhaltung groteskes Theater vorspielen lässt. 750 Zuschauer quittierten die Premiere von «Volpone oder Stirbt der Fuchs, so gilt der Balg» am Samstagabend mit langem Applaus. Die Vorstellungen im Juni sind bereits ausverkauft.Als so eine Art menschlicher Dagobert Duck spielt der 52-Jährige - im hellblauen Pyjama und zumeist im Krankenbett liegend - den Geschäftsmann, der nur eins lieber macht als Millionen. Read More..

47. Theatertreffen: Schwacher Jahrgang

Es ging um Arbeitslose, Säufer, Zwangsprostituierte und gewalttätige Männer, um illegale Einwanderer, geldgierige Manager und konsumgeile Wohlstandsbürger. Wie verändert die globalisierte Wirtschaftskrise das Leben der Menschen - an diesem Thema arbeiteten sich fast alle Inszenierungen des am Pfingstmontag zu Ende gegangenen Berliner Theatertreffens ab. Doch egal ob die Sicht auf Opfer oder Täter geboten wurde. Nur in wenigen Momenten erreichten die Stücke sowohl Hirn als auch Herz der Zuschauer.Das 47. Theatertreffen zeigte erstmals in der Geschichte des Festivals fast ausschließlich zeitgenössische Stücke. Dramatiker wie Elfriede Jelinek, Christoph Marthaler, Dea Loher, Roland Schimmelpfennig und Dennis Kelly brachten das ganze Elend unserer Zeit auf die Bühne: Existenzängste. Read More..

«Nathans Kinder» erhält Mülheimer Theaterpreis

Den erstmals vergebenen Mülheimer Theaterpreis für Kinder- und Jugendstücke erhält Ulrich Hubs «Nathans Kinder» in der Inszenierung des Dresdner «Theater junge Generation». Das teilten die Mülheimer Theatertage mit. Das Stück liefere in herausragender sprachlicher Qualität eine Neudeutung des Lessingschen Stoffes, hieß es in der Würdigung. Das gewagte Thema des Religionen- und Generationenkonfliktes erscheine ohne «Zeitgeisteleien» und mit lakonischem Witz. Der mit 10 000 Euro dotierte Preis wird am 3. Juni bei einer gemeinsamen Feierstunde mit dem Mülheimer Dramatiker- Wettbewerb übergeben. Der neu ausgelobte Kinderpreis soll Autoren bewegen, neue spannende Kinderstücke zu schreiben. Daran besteht nach Beobachtung des Festivals großer Mangel.

Jon Fosse bekommt Ibsen-Preis

Der norwegische Dramatiker Jon Fosse bekommt den Internationalen Ibsen Preis. Fosse habe das Theater und das Publikum gezwungen, in neuen Bahnen zu denken, gaben die Organisatoren in Oslo bekannt. Der mit 2,5 Millionen Kronen (knapp 320 000 Euro) dotierte Preis soll am 10. September in der norwegischen Hauptstadt übergeben werden.Der 1959 geborene Fosse trat 1994 an die Öffentlichkeit. Er schrieb um die 30 Theaterstücke, die inzwischen in etwa 40 Sprachen übersetzt wurden. Fosse («Der Gitarrenmann», «Todesvariationen») ist der erste Norweger, der die von der Regierung in Oslo zur Erinnerung an den Dramatiker Henrik Ibsen (1828-1906) gestiftete Internationale Auszeichnung bekommt. Erster Preisträger war 2008 der britische Regisseur Peter Brook. Im vergangenen Jahr bekam die französische. Read More..

Halbzeit beim 47. Berliner Theatertreffen

Kredit gibt es keinen mehr. Die Begründung des Bankdirektors ist einfach: «Ich krieg den Tresor nicht mehr auf.» Selbst der sonst so poetische Schweizer Christoph Marthaler ist zum Berliner Theatertreffen 2010 mit einer Geschichte über die allgegenwärtige Wirtschaftskrise angereist.«Riesenbutzbach. Eine Dauerkolonie» heißt das Stück, das am Wochenende zur Festival- Halbzeit in einem Hangar des stillgelegten Flughafens Berlin- Tempelhof gespielt wurde.Bühnenbildnerin Anna Viebrock hat für die Marthaler-Schauspieler einen wie immer beeindruckenden Raum im Raum geschaffen. Dieses Mal bewegen sich Darsteller wie Barbara Nüsse, Lars Rudolph, Ueli Jäggi und Bettina Stucky in einer tristen Wohnsiedlung inklusive Garagen, Balkon und Straßenlaternen. Dort fragen sich die muffig bürgerlichen. Read More..

Düsseldorfs Theater: Jan-Fabre-Trilogie erstmals komplett

Als Dramatiker, Choreograph, Künstler und Performance-Artist ist der Belgier Jan Fabre in vielen Theatern und Museen Europas zu Gast. Das Düsseldorfer Schauspielhaus zeigt nun erstmals eine aus drei Bühnenabenden bestehende Trilogie des Antwerpener Allrounders.Aufgeführt werden zwischen dem 21. und 29. Mai am Rhein die Stücke «Der Kaiser der Verluste», «Der König des Plagiats» und als Deutsche Erstaufführung «Der Diener der Schönheit», teilte eine Theatersprecherin in Düsseldorf mit.Die Abende faszinieren laut Ankündigung «durch ihre schönen, aber auch verstörenden Bilder». So begegne das Publikum einem Clown auf der Suche nach dem Erhabenen, der sich der Tragik seiner Existenz bewusst wird. Ein Engel hält Zwiesprache mit den Hirnen von Geistesgrößen und ein Puppenspieler. Read More..